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DRK-Rettungshundestaffel Kassel-Wolfhagen auf der Suche nach neuen Flächen

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Von: Antje Thon

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Die Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen: Für die Ausbildung der Tiere gehen die Hundeführen in verschiedene Wälder.
Die Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen: Für die Ausbildung der Tiere gehen die Hundeführen in verschiedene Wälder. © privat/nh

Geübt wird in den Wäldern der Region. Hunde brauchen Variation bei Trainingseinheiten.

Wolfhager Land – Auf Absagen hat sich Michaela Weiße eingestellt. Als Leiterin der Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen ist sie regelmäßig auf der Suche nach Übungsgebieten, die für die Hundenasen unbekannt sind. Zuletzt hatte sie fünf Anfragen gestellt und zwei Absagen erhalten, eine davon aus Habichtswald.

In Bedrängnis kommen die Hundeführer deshalb aber nicht, dennoch müssten sie auf günstigere Rahmenbedingungen verzichten. Denn eine Vielzahl an Trainingsflächen bedeute, dass die Hunde häufiger wechseln könnten und somit deutlich seltener in einem bestimmten Wald übten. „Irgendwann gewöhnen sich die Hunde an ein Gebiet. Dann kennen sie es in- und auswendig, jeden Grashalm, jeden Baum“, sagt Weiße. Nach fünf bis zehn Jahren sei für einen erfahrenen Rettungshund in einem Wald nichts mehr neu.

Die Tiere werden trainiert, in der Fläche einen stehenden, sitzenden oder liegenden Menschen zu finden. „Sie suchen dann den Geruch Mensch“, sagt die Leiterin der Staffel, die auch als Ausbilderin tätig ist. Für diese Übung laufen die Hunde ohne Leine durch den Wald. Die Flächen sind etwa 300 Mal 300 Meter groß. Maximal zwei Hunde gleichzeitig würden sich im Wald bewegen. Die zweite Disziplin ist das Mantrailing, hierbei geht es um das Aufspüren einer ganz konkreten Person. Der Hund wird an der Leine geführt und hat eine Geruchsprobe der zu gesuchten Person in der Nase.

In jedem Fall kann die Arbeit der DRK-Rettungshundestaffel für eine hilflose Person lebensentscheidend sein. Derzeit sind acht Hundeführer zusammen mit ihren Vierbeinern im Training.

Im Wolfhager Land stehen den Rotkreuzlern verschiedene Wälder zur Verfügung, in denen sie üben können. Dabei handelt es sich um Bereiche am Ofenberg, Isthaberg und Weidelsberg. Trainiert wird aber auch am Falkenstein und beim Essigberg. Weitere Flächen gibt es bei Volkhardinghausen, Immenhausen und Albshausen. „Wir suchen eigentlich ganz durchschnittliche Wälder, die möglichst keine Straßen in Sichtweite haben“, skizziert Weiße die Anforderungen an ein Übungsgelände. Denn ein frei laufender Hund am Waldrand könne Autofahrer schon mal irritieren. Besucher auf Waldwegen seien kein Problem, allerdings störten Pilzsucher, die abseits von Wegen mitten im Wald hocken.

Und dann sind da noch Gründe, die aus Sicht von Jagdpächtern und Kommunen dagegensprechen, Rettungshunde im Wald zu Übungszwecken auf die Suche zu schicken. „Wir mussten die Anfrage des DRK ablehnen“, sagt Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer. Am Dörnberg, den die Hundeführer gerne genutzt hätten, seien viele Wanderer, Spaziergänger und Sportler unterwegs. Durch die zahlreichen Besucher sei dort das Wild schon jetzt stark unter Druck, heißt es seitens der Jagdpächter, die dazu angehalten sind, eine bestimmte Abschussquote zu erfüllen. Für die Tiere sei es wichtig, abseits der Wege Ruhezonen zu haben, sagt Faßhauer, der sich den Argumenten der Jagdgenossen anschließt.

Der DRK-Rettungshundestaffel können geeignete Wälder angeboten werden per E-Mail an ehrenamt@drk-kassel.de und telefonisch unter 0561/7290422. Wer sich für eine Mitarbeit interessiert (der Besitz eines Hundes ist keine Voraussetzung), kann sich ebenfalls melden. (Antje Thon)

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