Besonderes Engagement

Ehrenpreis der Stadt Wolfhagen für die Aufarbeitung jüdischer Geschichte

Würdiger Rahmen: Bürgermeister Reinhard Schaake (links) verlieh den Ehrenpreis der Stadt Wolfhagen an Ernst Klein während der Einweihung des neugestalteten jüdischen Friedhofs.
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Würdiger Rahmen: Bürgermeister Reinhard Schaake (links) verlieh den Ehrenpreis der Stadt Wolfhagen an Ernst Klein während der Einweihung des neugestalteten jüdischen Friedhofs.

Der neugestaltete jüdische Friedhof in Wolfhagen ist eingeweiht. Zu diesem Anlass bekam Ernst Klein den Ehrenpreis der Stadt Wolfhagen.

Wolfhagen – „Ich war völlig überrascht“, sagte Ernst Klein, Mitglied im Bundesvorstand von „Gegen das Vergessen – für Demokratie“ und der „Initiativgruppe 9. November“. Er freue sich über die Wertschätzung.

Dennoch sagte er auch: „Niemals macht man das alleine, es gibt immer viele Unterstützer, die damit auch gewürdigt werden sollen.“ Ernst Klein ist von ganzem Herzen im Ehrenamt. „Das Ehrenamt tritt auch niemand an, um irgendwann mal ausgezeichnet zu werden“, so Klein weiter.

Aber jüdische Freunde hätten ihm auch die Rückmeldung gegeben, dass ihnen solch ein Ehrenpreis zeige, dass Deutschland die Geschichte ehrlich aufarbeite.

Ernst Klein hat Überlebende des Holocaust auf der ganzen Welt ausfindig gemacht

Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung in Wolfhagen beschlossen, Ernst Klein den Ehrenpreis der Stadt aufgrund seines herausragenden Engagements bei der Aufarbeitung der menschlichen Schicksale der jüdischen Bürger in der Region und der Stadt Wolfhagen zu verleihen.

Jedoch musste die Übergabe coronabedingt mehrmals verschoben werden. So hat Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake den besonders würdigen Rahmen der Einweihung des jüdischen Friedhofs dazu genutzt, um Ernst Klein nun endlich zu würdigen.

Der aus Volkmarsen stammende Ernst Klein (67) hat Überlebende des Holocaust in vielen Teilen der Welt ausfindig gemacht, hat sie besucht und nach Nordhessen eingeladen. Viele sind der Einladung gefolgt, woraus sich Freundschaften entwickelt haben.

Für den Mut, ein so schwerwiegendes Thema anzupacken, gedankt

Noch heute besteht ein sehr enger Kontakt auch der Stadt Wolfhagen zu den Familien der Ehrenbürger Ralph Möllerich und Lutz Kann.

Durch seine Mitarbeit in der „Initiativgruppe 9. November“, im Bundesvorstand von „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ und der „Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen“ hat er dafür mitgesorgt, dass die vom NS-Gewaltregime ausgelöschten jüdischen Nachbarn wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt sind. Klein ist zudem Herausgeber mehrere Bücher zum Thema jüdisches Leben in der Region.

In seiner Ansprache dankte Bürgermeister Reinhard Schaake Ernst Klein für seinen Mut, ein so schwerwiegendes Thema anzupacken. Menschen, die die Gräueltaten während der NS-Herrschaft am liebsten nie wieder erwähnen möchten, zu kontaktieren und mit ihnen gemeinsam die Geschehnisse aufzuarbeiten, erfordere zudem ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen. (Monika Wüllner)

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