1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Eichen und Ulmen für Wolfhagen

Erstellt:

Von: Antje Thon

Kommentare

1000 Bäume: Die will Stephan Schmidt auf Flächen in Wolfhagen und den Stadtteilen verteilen. Mehrere Eichen wurden am Gotzenberg gepflanzt.
1000 Bäume: Die will Stephan Schmidt auf Flächen in Wolfhagen und den Stadtteilen verteilen. Mehrere Eichen wurden am Gotzenberg gepflanzt. © Antje Thon

Pflanzungen aus dem 1000-Bäume-Programm haben begonnen.

Wolfhagen – Die ersten Bäume stecken in der Erde. Bis zum Jahresende werden es knapp hundert sein, weitere 900 sollen nach und nach auf attraktiven Flächen rund um Wolfhagen und den Stadtteilen gepflanzt werden. Das ist das Ziel des 1000-Bäume-Programms, das vom Wolfhager Parlament auf den Weg gebracht worden war.

Stephan Schmidt, der sich im Rathaus unter anderem um alle Fragen rund um den Natur- und Landschaftsschutz kümmert, hatte den ursprünglich von der SPD vorgelegten Antrag weiterentwickelt und an die Gegebenheiten Wolfhagens angepasst. Möglichst viele Beiträge für den Naturschutz sollen auf den jeweiligen Flächen gebündelt werden. Das werte die unterschiedlichen Standorte zum einen auf, und zum anderen werde so sparsam mit dem kommunalen Land umgegangen. Wolfhagen sei zwar in der komfortablen Situation, über vergleichsweise viele Flächen zu verfügen. Doch auf die greifen auch Landwirte zu, die Äcker von der Stadt pachten.

Eichen, Ulmen und Linden hat Schmidt am Gotzenberg bei Wolfhagen, in den Holzwiesen bei Istha und an einem Zulauf der Erpe bei Wenigenhausungen im Frühling pflanzen lassen. Das Gute für die angespannte Haushaltslage der Stadt: Das Vorhaben werde komplett vom Land Hessen finanziert. Darin enthalten sei auch die Pflege der jungen Bäume.

Und die sei in Sommern wie diesem nicht zu unterschätzen, so Schmidt. Die Bäume müssten häufiger gegossen werden, die Stadt habe mit der Pflege eine Fachfirma beauftragt. Es sei nicht mehr damit getan, das Pflanzmaterial einfach im Frühling in die Erde zu stecken, einmal kräftig anzugießen und es dann die Natur regeln zu lassen. Auch werde es zunehmend schwieriger, qualitativ hochwertiges Pflanzmaterial zu bekommen. Durch Trockenheit und Schädlingsbefall bedingte Ausfälle in den vergangenen Jahren hätten zu einer gesteigerten Nachfrage geführt.

Im Herbst werden weitere Bäume in der Region verteilt. Pflanzungen soll es zunächst nahe dem Hirtenbruch (Altenhasungen), unterhalb des Bärenberges (Wenigenhasungen), am Borneberg (Wolfhagen), am Löwenberg (Istha) und im Langen Rod (Ippinghausen) geben.

Das Besondere des 1000-Bäume-Projektes: Bei ihm handelt es sich nicht um Ausgleichsmaßnahmen, zu denen die Stadt aufgrund von Bauvorhaben und dem damit einhergehenden Flächenverbrauch verpflichtet ist. Auch sind es keine Wiederaufforstungen, weil zuvor an gleicher Stelle Bäume eingegangen waren. Sämtliche Neuanpflanzungen des kommunalen Programms, so Schmidt, kämen sozusagen on top in die Landschaft und ergänzten die verschiedenen Lebensraumtypen.

Durch flankierende Maßnahmen, die dem Naturschutz und der Landschaftspflege dienten, versuche die Stadt in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel, Ökopunkte zu sammeln und diese dem Konto gutzuschreiben. Das geschehe beispielsweise, indem auf ausgesuchten Flächen auf Düngung und Insektizide verzichtet werde. Wiesen, wie die am Gotzenberg bei Wolfhagen, auf der im Frühling fünf Eichen gepflanzt wurden, werden extensiv beweidet.

„Wolfhagen hat viele wertvolle Lebensraumtypen“, sagt Stephan Schmidt. Kalkmagerrasen, Auen, Streuobstwiesen und Grünland zählten unter anderem dazu. Mitunter existierten auch verschiedene Biotope nebeneinander. Mit dem 1000-Bäume-Programm, mit dessen Hilfe in den kommenden Jahren weitere Bäume gepflanzt werden sollen, könnten die Lebensräume weiter aufgewertet werden. (Antje Thon)

Auch interessant

Kommentare