„Eine ganz konkrete, gute Tat“

Gründung der Ostmann-Stiftung ist jetzt offiziell

Zwei Herren gehobeneren Alters stehen vor einem Plakat, der linke hält eine Urkunde vor sich
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Reinhard Ostmann, Geschäftsführer der Ostmann-Gruppe (links), nannte es den Beginn der dritten Generation. Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber überreichte ihm am Donnerstag in Wolfhagen die Urkunde, mit der die Gründung der Ostmann Stiftung nun offiziell ist.

Für Reinhard Ostmann war es ein bewegender, ein emotionaler Moment, als ihm Kassels Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber die Urkunde für die Ostmann-Stiftung überreichte.

Wolfhagen – Reinhard Ostmann, Geschäftsführer der Ostmann-Gruppe (links), nannte es den Beginn der dritten Generation. Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber überreichte ihm am Donnerstag in Wolfhagen die Urkunde, mit der die Gründung der Ostmann Stiftung nun offiziell ist.

„Ich denke, dass diese Generation länger hält als die ersten beiden“, so Ostmann, der das 61 Jahre alte Unternehmen in zweiter Generation führt.

Mit der Stiftung verfolgt der Wolfhager zwei Ziele: Sie sichert einerseits die Zukunft der Autohäuser, in denen 350 Menschen beschäftigt sind. Andererseits will sie Menschen helfen, die aufgrund von Alter oder Behinderung benachteiligt sind.

Ostmann Stiftung kann ihre Arbeit aufnehmen: Ehrenamtlich bringen sich die Vorstandsmitglieder (von links) Joachim Bertelmann (Pfarrer und Vorstandsvorsitzender der Baunataler Diakonie Kassel), Rechtsanwalt Dr. Burkhard Wilk sowie Apothekerin und Familienmitglied Hanna Schubert ein. Daneben hat Stifter Reinhard Ostmann (Mitte) einen Beirat benannt. Ihm gehören an (von links) Steuerberater und Familienmitglied Ralf Ostmann, Alexander Thomas (Mitarbeiter des Autohauses Ostmann) und Karl-Heinz Arend (leitender Angestellter der Ostmann-Gruppe)

Viele Jahre hatte Ostmann darauf hingearbeitet, war auf der Suche nach einer Zukunft für die Autohäuser der Ostmann-Gruppe in Nordhessen und deren Mitarbeiter. Dabei dachte er an eine Lösung, die auch ohne ihn als Kopf des Unternehmens funktioniert. Und so gründete er mit einem Startkapital von 100 000 Euro die Ostmann Stiftung.

„Das erwirtschaftete Kapital von 60 Jahren erfolgreichem Auf- und Ausbau von einem Standort in Wolfhagen Ende der 1950er-Jahre zu einer Gruppe von acht Autohäusern in der Region soll für die Zukunft beständig bleiben, noch weiter wachsen, gefestigt werden und den Mitarbeitern die Sicherheit geben, auch nach meinem Ausscheiden noch einen sicheren Arbeitsplatz zu haben“, so der Unternehmer.

Viele hätten sich in den vergangenen Jahren an sein Gesicht gewöhnt, sagt Ostmann. Das wird bald anders werden, denn der 63-Jährige wird sich in den kommenden Jahren aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. „Da wird kein Gesicht mehr sein, sondern die Stiftung.“ In sie wird er seine Anteile an der Ostmann KG einbringen.

Dass Sie weite Teile Ihres Kapitals für uns alle nutzbar machen im sozialen Bereich – das ist schon außergewöhnlich.

Hermann-Josef Klüber, Regierungspräsident Kassel

Neben der Zukunftssicherung der Autohäuser geht es dem studierten Sozialpädagogen Ostmann um soziales Engagement. Profitieren sollen alte Menschen und Menschen mit Behinderungen in Nordhessen, aber eben auch Mitarbeiter seines Unternehmens, die in eine Notlage geraten sind und Hilfe benötigen.

„Dass Sie weite Teile Ihres Kapitals für uns alle nutzbar machen im sozialen Bereich – das ist schon außergewöhnlich“, sagte Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber und richtete seine Worte an Reinhard Ostmann. „Und es ist nicht nur ein guter Gedanke, sondern eine ganz konkrete, gute Tat.“ Die Stiftung sei ein Pfeiler und für die Ewigkeit gemacht. Sie sei ein stabilisierender Faktor in einer sich sehr bewegenden Welt, so Klüber weiter. Die Wertschöpfung des Unternehmens werde mithilfe er Stiftung im sozialen Bereich fortgesetzt.

Mittelfristig wird Reinhard Ostmann seine mehr als 90-prozentige Beteiligung an den Autohäusern auf die Stiftung übertragen. Bis dahin wird er Inhaber der Firma bleiben und im Zuge der Umstellungsvorbereitungen nicht nur die KG in eine andere Gesellschaftsform umwandeln, sondern auch zwei noch zu benennende Geschäftsführer einarbeiten und auf die Übergabe vorbereiten.

Bis zum Zeitpunkt der Anteilsübertragung plant er, die Stiftung in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung des Autohauses durch Spenden zu unterstützen. Nach dem Ausstieg aus dem aktiven Geschäftsleben möchte der Gründer seine Aktivitäten in die Stiftung verlegen.

Die erste Aufgabe der Stiftungsorgane – Vorstand und Beirat – ist die Geschäftsordnung für den Vorstand und den Beirat zu erarbeiten. (Antje Thon)

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