Elbenberger Jannik Platte hilft seinem genetischen Zwilling

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Treffer für die Spendernummer 6559525: Jannik Platte aus Elbenberg spendet am Mittwoch Stammzellen. Er hofft so, das Leben eines an Blutkrebs erkrankten, ihm unbekannten Menschen retten zu können.

Elbenberg. Jannik Platte fühlt sich wie die Nadel im Heuhaufen. Der 22-Jährige aus Elbenberg wird am Mittwoch Stammzellen spenden.

Er hofft damit, das Leben eines anderen Menschen, seines genetischen Zwillings, zu retten, der an Blutkrebs erkrankt ist und ohne seine Hilfe vermutlich sterben wird. Von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) war der junge Mann Mitte Mai darüber informiert worden, dass er als möglicher Spender in die engere Wahl gekommen ist.

„Ich war sofort bereit zu helfen“, sagt Platte, der beim Veterinäramt in Wolfhagen beschäftigt ist als Fachangestellter für Bürokommunikation. „Sonst hätte ich mich vor anderthalb Jahren ja nicht typisieren lassen müssen“. Damals war er auf die Internetseite der DKMS aufmerksam geworden und hatte sich das Typisierungsset zuschicken lassen. „Ich zog das Wattestäbchen durch den Mund und habe es zurückgesandt“, erinnert sich Platte, der regelmäßig Blut spendet. Bis zum Mai hatte er nicht weiter über die Aktion nachgedacht.

Dann aber kam im Frühjahr die Mail von der DKMS, erneut wurde seine Spendenbereitschaft abgeklärt und der Hausarzt zapfte ihm Blut ab. Dann war es definitiv: „Anfang Juli erhielt ich einen Brief, wonach ich ein passender Spender bin“, sagt Platte, der am Dienstag mit seinem Vater nach Dresden fährt. Bereits am Mittwoch werden dort die Stammzellen aus seinem Beckenkamm entnommen.

Geringe Wahrscheinlichkeit 

Angst hat Jannik Platte keine. Viel eher ist er überrascht. „Die Wahrscheinlichkeit ist eben nicht so groß, dass es jemanden gibt, dem ich mit meiner Gesundheit helfen kann“, meint er nachdenklich. Gern wüsste der junge Elbenberger, bei wem es sich um den Empfänger handelt, ob es eine Frau ist, ein Mann oder vielleicht ein junger Mensch, jünger als er selbst und noch ein Kind. Gleichzeitig respektiert er die Bedingungen, wonach Empfänger und Spender sich nicht kennen sollen. Vier Wochen nach der Spende rechnet er mit einer Rückmeldung.

Dann erfährt er, ob er dem Krebspatienten hat helfen können und ob dessen Körper die Stammzellen angenommen hat. „Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, wird die Spende ein zweites Mal probiert“, erklärt der 22-Jährige, der auch dazu fest entschlossen ist.

Für die Menschen in seinem Bekanntenkreis ist er schon jetzt etwas ganz Besonderes. Immer wieder wurde er in den vergangenen Wochen auf seinen Einsatz angesprochen. „Die Leute zeigen Respekt vor meiner Entscheidung. Viele meinten auch, sie wüssten nicht, ob sie genauso gehandelt hätten.“

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