Betrüger haben es auf dem Land häufig schwerer an Beute zu kommen

Erbschwindler gehen leer aus

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Der falsche Enkel: Die Tricks, mit denen Betrüger ans Werk gehen, sind vielfältig. Durch bessere Aufklärung kommen die Täter aber seltener an das Geld der Opfer.

Wolfhager Land. Der Traum einer großen Erbschaft, das Bedürfnis einem Verwandten zu helfen oder die Mahnung eines Anwalts: Der Einfallsreichtum der Betrügern ist heutzutage scheinbar grenzenlos. Besonders Senioren sind häufig das Ziel dieser Maschen.

Auch dieses Jahr kam es zu zwei Vorfällen in der Region. Polizeisprecher Volker Tschepe sagt: „Zu Zahlungen kam es wohl nicht. Die Dunkelziffer ist aber sehr hoch.“ Die Täter suchten wohl einfach das Wolfhager Telefonbuch ab. Die Bürger seien jedoch immer besser informiert über die Betrugsmaschen, auch dank der Medien. Ein weiterer Faktor sei wohl, dass es in Städten häufiger zu den Betrugsversuchen komme. Viele würden den Hörer sofort auflegen und sich gar nicht auf Gespräche einlassen. Tschepe sagt: „Die Angerufenen merken dass schon.“

Erbe aus Hong Kong

So ging es auch Heinz Schlordt aus Bad Emstal-Riede, als sein Schwiegervater in Naumburg einen ominösen Brief erhielt. Angeblich habe er geerbt. Auffällig war jedoch, dass der Brief in gebrochenem Deutsch verfasst war. Schlordt war sofort klar, dass es sich nicht um einen echten Anwaltsbrief handeln konnte. Als dann der zweite Brief kam, diesmal in Englisch verfasst. Wieder soll ein Verwandter in Hong Kong ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen sein, hinterlasse ein Erbe von 82 Millionen US-Dollar. Schlordt sagt: „Wenn die Sache seriös wäre, würde sich doch ein deutsches Anwaltsbüro melden.“ Er hat dennoch vorsichtshalber den Rest der Familie informiert, falls weitere Briefe kommen sollten. Um auch künftig solche Fälle zu verhindern, finden in Kassel die Präventionstage statt. Noch bis Donnerstag, 17. November, werden im Aschrottflügel der Kasseler Stadthalle verschiedene Vorträge angeboten. Die Veranstaltung, zu der der Präventionsrat der Stadt Kassel in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Organisationen einlädt, richtet sich an alle Senioren. „Fast täglich hören wir Meldungen, dass ältere Menschen Opfer von Betrügereien, so auch dem Enkeltrick, werden. Der Präventionsrat hat sich daher entschlossen, diese Anliegen in den Mittelpunkt des Präventionstages zu stellen“, sagt Susanne Zinke, Geschäftsführerin des Kasseler Präventionsrats.

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