Zu trocken und zu kalt: Erste Ernte in Altenhasungen fällt mager aus

Erdbeeren haben gelitten

+
Erdbeerernte in Altenhasungen: Bernd Gerhold auf dem Erdbeerfeld. Der Ansturm auf die leckeren Früchte ist groß. Doch erst die Spätsorte wi rd hoffentlich gut. 

So wie der Himmel über Altenhasungen so verdüstern sich zurzeit auch die Gesichtszüge von Bernd Gerhold, wenn er täglich seine Erdbeerfelder im Wolfhager Ortsteils besichtigt.

„Seit 33 Jahren pflanzen wir Erdbeeren auf den Feldern von Altenhasungen an. Doch so viel schlechtes Wetter wie dieses Jahr hatten wir lange nicht mehr“, sagt der Landwirtschaftsmeister und schaut besorgt auf die Erdbeerreihen auf dem Feld. Im März und April war es entschieden zu trocken. Dadurch begannen die Erdbeeren, viel zu früh zu blühen. Und der Frost der Eisheiligen im Mai ließ dann den größten Teil der Blüten erfrieren. Obwohl die Erdbeerpflanzen im Feld auf den ersten Blick gut und gesund aussehen, so ist auf den zweiten Blick der eigentliche Schaden zu erkennen. Es hätten sich schlichtweg zu wenige und zu kleine Erdbeeren am Strauch entwickelt, sodass insgesamt 50 Prozent weniger Früchte dieses Jahr geerntet werden können, sagt Bernd Gerhold und betrachtet die kümmerliche Ernte. Das trifft den Landwirt dieses Jahr besonders hart, da die Nachfrage sehr groß ist.

Viele Familien, vor allem die ältere Generation, haben ihre Liebe zur selbst gemachten Erdbeermarmelade wieder entdeckt. Das sei nicht immer so gewesen, meint der Altenhasunger. Das Ess- und Kaufverhalten seiner großen Stammkundschaft aus der näheren Umgebung hat sich in den letzten Jahren verändert. Angefangen hat Gerhold mit Erdbeerfeldern von der Größe von etwa zwei Hektar, doch inzwischen ist es nur noch etwa ein Hektar. Früher wurden viele Erdbeeren gepflückt, da die Früchte in den Familien weiterverarbeitet wurden.

In den vergangenen Jahren nahmen die Kunden jedoch nur wenige Kilo der beliebten Beeren mit nach Hause. „Doch diesen Frühsommer rappelt das Telefon ununterbrochen und die Nachfrage ist größer als das Angebot“, erzählt Bernd Gerhold. Entsprechend groß war der Andrang am 10. Juni zur Eröffnung der Erntesaison.

Zusammen mit fünf Mitarbeiter hat der Landwirt etwa 31000 Pflanzen der Sorten Daroyal, Allegro, Darselect und Sonata in die Erde gesetzt. Dieses Jahr kam die Sorte Elianny wegen ihres aromatischen Geschmacks neu dazu, denn auf einen guten Geschmack legt Gerhold viel Wert.

Die Pflanzreihen müssen zweimal im Jahr mit der Hand gehackt werden und werden nur gegen Pilzbefall besprüht. Nach zwei Jahren wird das Erdbeerfeld umgegraben und ein neues Feld entsteht an einer anderen Stelle. Das ist viel Arbeit für bisher wenig Erdbeeren. Aber Bernd Gerhold ist zuversichtlich, was die nächsten Wochen betrifft. „Die Spätsorten tragen genügend Früchte und müssen nur noch bei hoffentlich schönem Wetter reifen“, sagt er zuversichtlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.