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Erdwärme wäre möglich

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Von: Antje Thon

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Blick auf die Wiesen in Dörnberg.
Blick auf die Wiesen in Dörnberg, die in wenigen Jahren dem neuen Wohngebiet „Über der neuen Wiese/ Saure Breite“ weichen werden. © Antje Thon

Die Versorgung des Wohngebietes „Über der neuen Wiese/Saure Breite“ wäre mittels Erdwärme umsetzbar

Dörnberg – Der Standort ist nicht ideal, aber die Versorgung des künftigen Wohngebietes „Über der neuen Wiese/Saure Breite“ mittels Erdwärme wäre möglich. So fasst Dr. Daniel Faßhauer, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald, das Ergebnis der Erkundungsbohrungen zusammen, die vor einem halben Jahr von der Landesenergieagentur Hessen (LEA) vorgenommen worden waren.

Habichtswald ist eine von 17 Kommunen in Hessen, in denen mittels Erdwärmesonden geprüft wurde, ob die Wärme aus der Tiefe als Energieträger nutzbar ist.

Im Herbst hatten die Experten 70 Meter unter der Erdoberfläche das Terrain erkundet. Dass die Bohrung in dieser Tiefe hatte abgebrochen werden müssen, sei darauf zurückzuführen, dass immer wieder lockeres Gestein nachgerutscht sei, erläutert Faßhauer.

Wasserwirtschatfliche Voraussetzungen werden als gut eingestuft

Die hohe Klüftigkeit und die Verkarstung des Muschelkalkes hätten den Nachfall ausgelöst und seien zusammen mit der hohen Wasserdurchlässigkeit die Hauptgründe, weshalb das Gelände als hydrogeologisch eher ungünstig eingeschätzt wird.

Dagegen seien die wasserwirtschaftlichen Voraussetzungen als gut einzustufen, denn der gesamte Ortsteil Dörnberg befinde sich weder in einem Wasser-, noch in einem Heilquellenschutzgebiet, heißt es in der Bewertung.

Alles in allem sei eine oberflächennahe Geothermie und damit die Nutzung von Erdwärme für die Heizung von Gebäuden möglich. Bis in eine Tiefe von 100 Metern und mehr könne diese nachhaltige und ressourcenschonende Energiequelle angezapft werden, sagt Faßhauer. Für die Gemeinde Habichtswald ergeben sich nun zwei Optionen für die künftige Entwicklung des Baugebietes, in dem um die 60 Parzellen zu vergeben sind.

An jeder Immobilie wird eine Wärmepumpe installiert, da die Häuser mit Wärmeenergie beliefert werden

Sie könnte sich im Zuge der Erschließung für ein sogenanntes kaltes Nahwärmenetz entscheiden. Über ein Rohrleitungssystem, in dem Wasser zirkuliert, würden dann sämtliche Gebäude im Wohngebiet angeschlossen.

An jeder einzelnen Immobilie würde eine Wärmepumpe installiert, die die Häuser mit Wärmeenergie für Heizung und Wasser beliefert. Alternativ könne sich jede Bauherrenschaft selbst für eine energetische Versorgung über Geothermie entscheiden.

Für ein Einfamilienhaus, das an eine Wärmepumpe mit einer Leistung von zehn Kilowatt angeschlossen ist, wären dann drei Erdwärmesonden im Abstand von sechs Metern und einer Tiefe von mindestens 70 Metern erforderlich, so der Rathauschef.

Wofür sich Gemeinde und Parlament entscheidet, wird sich noch herauskristallisieren

Wofür sich die Gemeinde und am Ende das Parlament entscheiden, wird sich in den kommenden Monaten herauskristallisieren. Zu den Kosten einer Versorgung über Geothermie vermochte Faßhauer nichts zu sagen – nur so viel: Während in der Gemeinde der Bürgerentscheid zu der Frage gelaufen sei, ob dieses und ein weiteres Wohngebiet überhaupt von den Bürgern gewollt seien, habe das Land seine Vergaberegeln geändert.

Die Erschließung müsse nun europaweit ausgeschrieben werden. Und wer den Zuschlag für die Arbeiten bekomme, könne auch etwas zu den Preisen sagen. Faßhauer rechnet mit steigenden Kosten, und „sie steigen weiter, je mehr Zeit ins Land geht“. Er geht von einem Baustart in zwei Jahren aus. (Antje Thon)

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