Es bleibt beim Bau der Einfeldhalle in Wolfhagen

Kapazitäten sind ausreichend – Resolution vom Tisch

Die Resolution, wonach der Landkreis Kassel am künftigen Standort der Grundschule Wolfhagen eine Zweifelderturnhalle errichten möge, ist vom Tisch.

Wolfhagen - Einstimmig sagte sich das Stadtparlament am Donnerstagabend von dem Auftrag los, für den die BWB-Fraktion noch im Mai dieses Jahres um Mehrheiten geworben hatte. Gleichzeitig forderte die Stadtverordnetenversammlung Bürgermeister Reinhard Schaake auf, sich umgehend mit dem Landkreis Kassel in Verbindung zu setzen, um eine dauerhafte Lösung zur Schaffung eines Ringerleistungszentrums in Wolfhagen zu entwickeln.

BWB-Fraktionsvorsitzender Jens Kühle begründete die Kehrtwende in Sachen Zweifelderturnhalle mit dem offensichtlich nicht vorhandenen Bedarf der Vereine an weiteren Hallenzeiten. Als seine Fraktion Mitte des Jahres die Resolution auf den Weg gebracht habe, hätten deren Mitglieder den Eindruck gehabt, die Kapazitäten seien nicht ausreichend.

In der Folge hatte der Haupt- und Finanzausschuss vom Sportbeauftragten der Stadt, Daniel Köntopf, erneut eine Bedarfsanalyse verlangt, die über die Belegungszeiten in Sporthallen und Bewegungsräumen Auskunft gibt. Die Daten einer ersten Erhebung aus dem Jahr 2019 wurden als nicht aussagekräftig empfunden.

Die Ergebnisse der neuerlichen Abfrage liegen seit dem Sommer vor. Um sämtliche Trainingszeiten abzubilden ist eine Einfeldturnhalle, wie sie der Landkreis Kassel auf dem Gelände der künftigen Grundschule an der Liemecke zu bauen gedenkt, ausreichend. Selbst im Ganztagsschulbetrieb und bei einer Auslastung von lediglich 90 Prozent ist unter Berücksichtigung der übrigen Sporthallen im Stadtgebiet keine weitere, größere Turnhalle erforderlich.

Darüber hinaus verweist die Verwaltung auf die Handlungsempfehlungen aus dem Sportentwicklungsplan. Demnach lasse sich über eine sinnvolle Verteilung der Hallennutzer unter zusätzlicher Einbeziehung des Spiegelsaales der Förderschule und der Dorfgemeinschaftshäuser eine bessere Auslastung der Hallensituation erreichen. Ganz konkret ergab die Abfrage der Vereine, dass wöchentlich 65 Hallendrittelstunden in normierten Sporthallen und neun Stunden in Bewegungsräumen benötigt werden. Die Kapazität mit allen zur Verfügung stehenden Hallen und der noch zu bauenden Grundschulhalle liegt bei 70 Hallendrittelstunden und 24,5 Stunden in Bewegungsräume.

Mit Verwunderung hat Landkreissprecher Harald Kühlborn auf die Forderung reagiert, dass sich Bürgermeister Schaake mit dem Landkreis Kassel in Verbindung setzen möge, um eine dauerhafte Lösung für die Schaffung eines Ringerleistungszentrums in Wolfhagen zu entwickeln. „Die Sportvereinsentwicklung ist Aufgabe der Stadt Wolfhagen“, sagt Kühlborn. Der Kreis sei nicht zuständig für ein Ringerleistungszentrum. Wenn mit dem Antrag jedoch gemeint sei, dass die Stadt auf die Liegenschaften des Kreises zugreifen möchte, könne man darüber reden. Foto: privat/nh

(Von Antje Thon)

Die Dreifelderturnhalle an der Walter-Lübcke-Schule wird außerhalb der Unterrichtszeiten auch von Vereinen genutzt. Weitere Kapazitäten gibt es in der alten Halle der Lübcke-Schule und in der Sporthalle in Wenigenhasungen. Weiterer Platz wird mit dem Bau der Einfeldhalle am neuen Standort der Grundschule Wolfhagen entstehen.

Rubriklistenbild: © Antje Thon

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