NVV fehlt es an Bussen und Personal

Eltern kritisieren fehlenden Abstand in überfüllten Schulbussen

Eltern haben Angst wegen der Infektionsgefahr: In Schulbussen, wie hier in Wolfhagen, können keine Abstände eingehalten werden.
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Eltern haben Angst wegen der Infektionsgefahr: In Schulbussen, wie hier in Wolfhagen, können keine Abstände eingehalten werden.

Die Corona-Infektionszahlen steigen und gleichzeitig fahren seit dem Schuljahresbeginn Schüler dicht gedrängt in Bussen zur Schule.

Wolfhager Land. Eine Situation, die viele Eltern nicht nachvollziehen können und die ihnen Angst macht. Immer wieder erreichen uns dazu Leseranfragen. „Warum wird nicht eine zweite Linie eingestellt, um etwas gegen die überfüllten Busse zu tun“, fragt eine Burghasungerin, deren Kind jeden Tag zur Wolfhager Walter-Lübcke-Schule fährt.

„Die Forderung, weitere Busse im Schülerverkehr einzusetzen ist verständlich, kann aber leider nicht erfüllt werden, da weder weitere Fahrzeuge noch geschultes Fahrpersonal zur Verfügung stehen“, erklärt die Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), Sabine Herms. Zu Zeiten des Schulverkehrs seien alleine rund 700 Busse des NVV gleichzeitig unterwegs. Besonders zum Schuljahresbeginn, aber auch darüber hinaus, sei es nicht zu vermeiden, dass es zeitweise Situationen gebe, in denen beispielsweise Schüler die Mindestabstände in den Bussen und Bahnen wegen einer hohen Anzahl zu befördernder Personen nicht einhalten könnten. Umso wichtiger sei das Tragen der Masken. „Dazu sind die Fahrgäste per Verordnung verpflichtet.“

Der NVV empfiehlt, das gesamte Fahrplanangebot mit allen An- und Abfahrten zu nutzen. In einigen Fällen habe es Anpassungen des Fahrplanangebotes in Abstimmung mit den Schulleitungen gegeben.

„Dazu kommt, dass in den ersten drei Wochen nach den Sommerferien traditionell viele Schüler sich erstmals orientieren und ihre Verbindungen ausprobieren, aber auch noch nicht alle Lernangebote der Schulen wie Arbeitskreise und Arbeitsgruppen gestartet sind. Es ist eine Eingewöhnungsphase, die sich danach in den meisten Fällen entspannt. Die Situation wird aber weiter von uns beobachtet“, so Herms weiter.

Es gebe darüber hinaus einige Maßnahmen für den Schutz der Fahrgäste in Coronazeiten. Dazu zähle, dass die Fahrer angehalten seien, alle Türen zu öffnen, um eine Stausituation im Eingangsbereich zu vermeiden. Dies gelte auch für jede Haltestelle, um eine gute Durchlüftung zu erzielen, wenn dies nicht bereits durch die Klimaanlage erfolge. „Wir können verstehen, dass die Enge in den Hauptverkehrszeiten zu Schulbeginn und Schulende kritisch gesehen wird – wir können die Situation aber leider nicht ändern“, sagt Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel als Schulträger. „Wir halten uns bei der Organisation der Schülerbeförderung an die Corona-Vorgaben des Landes. Danach sind im ÖPNV Abstände unterhalb von 1,5 Metern erlaubt, wenn ein Mund-Nasen-Schutz getragen werde. „Wollte man den Hygieneabstand in der Schülerbeförderung einhalten, müsste die dreifache Menge an Bussen und Busfahrern allein im Landkreis Kassel unterwegs sein. Dies lässt sich nicht realisieren“. (Bea Ricken)

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