„Es ist Ekel erregend“

Wolfhager Parkhäuser werden immer wieder durch Fäkalien verunreinigt

Hinterlassenschaft unerwünschter Besucher: Stadtreiniger Wilfried Grede versucht im Treppenhaus des Parkhauses Schäferstraße, an die Wand geschmierten Kot zu beseitigen.
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Hinterlassenschaft unerwünschter Besucher: Stadtreiniger Wilfried Grede versucht im Treppenhaus des Parkhauses Schäferstraße, an die Wand geschmierten Kot zu beseitigen.

Die Wolfhager Parkhäuser sind alles andere als eine Visitenkarte der Stadt. Nächtliche Besucher hinterlassen vor allem in den Bereichen der Treppenaufgänge ihre Spuren: Fäkalien und anderen Unrat.

Wolfhagen - „Montags ist es am schlimmsten“, sagt Wilfried Grede. Der 67-Jährige muss es wissen. 22 Jahre war er bei der Stadt Wolfhagen in Vollzeit als Straßenreiniger angestellt, seit gut einem Jahr arbeitet er nun in diesem Bereich als Mini-Jobber. Einen Tag pro Woche – ausgerechnet am Montag, dem Tag nach den „Saufgelagen“, wie Grede sagt, die vorzugsweise an den Wochenenden stattfinden.

Die Scherben von zerschlagenen Bier- und Schnapsflaschen hat er schon als erstes beseitigt, im Parkhaus Torstraße gegenüber der Kasseler Sparkasse, dann im Parkhaus Schäferstraße. Hier steht der Mann mit dem leuchtend gelben Arbeitsanzug im Treppenhaus, das man von der Gerichtsstraße erreicht. Es stinkt nach Urin, die erste Pfütze schimmert schon hinter der Zugangstür. Weiter oben wird es noch schlimmer, hier hat offenbar mehr als nur ein Besucher seinen Darm entleert. Warum jene, die in den Aufgang kacken, auch oft genug die Fäkalien an die Wände schmieren, sei ihm bis heute ein vollkommenes Rätsel, sagt Grede. „Ich bin dann immer mit Wassereimer, einem ganz scharfen Reinigungsmittel und einer Bürste ran.“ Und auch heute verlangt das Treppenhaus wieder nach einem Einsatz mit dem Schrubber. „Es ist Ekel erregend“, bringt es der unerschrockene Stadtreiniger auf den Punkt.

Drei Etagen hat das Parkhaus mitten in der Altstadt von Wolfhagen. „Meistens wird oben unterm Dach gesoffen“, erzählt Wilfried Grede. Zum Programm der unerwünschten Gäste gehöre dann auch das Zerdeppern der Glasflaschen, mitunter auch das Anzünden der Getränkeverpackungen aus Pappe. „Das läuft immer nachts. Und so viel ich weiß, ist man noch nie jemandem auf die Schliche gekommen.“ Etwas mehr Einsatz der Polizei würde er sich wünschen, vielleicht würde auch das Installieren von Kameras helfen, die die Bilder gleich ins Rathaus senden.

Eine Videoüberwachung der Parkhäuser, sagt Helmut Rupp vom Wolfhager Ordnungsamt, sei seitens der Stadt bislang noch nicht angedacht. Man bitte Anwohner oder Passanten, die entsprechende Beobachtungen machen, sich bei der Stadtverwaltung (05692/6020) zu melden.

Immerhin, im Bereich der Bahnhofstoiletten wurde nach permanentem Vandalismus eine Videokamera installiert. Dies sei bislang aber die einzige städtische Überwachungskamera.

Wilfried Grede wird wohl auch künftig montags in den Wolfhager Parkhäusern auf Fäkalien und Abfälle stoßen, es sei denn, sagt er, man würde mal jemanden erwischen. „Das würde wirken.“ (Norbert Müller)

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