Es läuft wieder rund im Windpark Rödeser Berg

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Ersetzt: Dieter Spangenberg von den Stadtwerken an der defekten Nabe. Ein solcher Lagerschaden sei sehr ungewöhnlich.

Wolfhagen – Die Vorbereitungen waren zeitlich aufwendiger als die eigentliche Reparatur: Bis die östliche der vier Windkraftanlagen auf dem Rödeser Berg bei Nothfelden mit einem Ersatzteil wieder flottgemacht werden konnte, gab es einiges zu erledigen.

Das hatte vor allem damit zu tun, dass ein Spezialkran benötigt wurde, um die Arbeiten in rund 136 Metern an dem Stromerzeuger ausführen zu können. Der Kran ist mit einem Eigengewicht von 850 Tonnen ein echter Koloss und wird mit 50 Lastwagenfuhren angekarrt und dann vor Ort zusammengesetzt.

Dafür brauchte es Platz. Die nach Inbetriebnahme des Windparks Ende 2014 zurückgebaute Kranstellfläche musste kurzfristig instandgesetzt werden, und auch die Montageflächen galt es für das Vorhaben am Berg herzurichten.

Ab Mitte Mai konnten sich die Monteure dann endlich dem eigentlichen Problem widmen: Die Nabe, also das Bauteil, an dem die drei gut 50 Meter langen Rotorblätter befestigt sind, hatte einen Lagerschaden und musste ausgetauscht werden. Anfang März war der Defekt festgestellt worden, seitdem war Stillstand angesagt.

Nach dem Aufbau des Krans konnte es dann losgehen. Zunächst lösten die Monteure in luftiger Höhe die Befestigungsschrauben der Blätter. Mithilfe des Krans wurden die Flügel vorsichtig zu Boden gelassen. Während diese dann auf dem Montageplatz ausgebessert wurden – durch Blitzschlag beispielsweise werden immer mal wieder die Kanten beschädigt – wurde die neue Nabe an den Haken genommen und nach oben gehievt.

Für Kranführer Ronny Gustafson eine Routinearbeit, die es aber in sich hat, denn unten in seiner Führerkabine sieht er nicht, wie nahe das 58 Tonnen wiegende Ersatzteil an der Verschraubung der Gondel ist. Die Monteure oben lotsen per Funk den 44-Jährigen, der im letzten Schritt die Nabe Zentimeter um Zentimeter an ihren Platz bewegt. Nachdem die letzte Schraube angezogen ist, geht es mit den runderneuerten Rotoblättern weiter. Auch hier sieht Gustafson zwar das Bauteil, aber nicht den Ansatz, den es zu verschrauben gilt. „Weil die Jungs da oben das ja auch ständig machen, passt das schon“, sagt der Kranführer über die eingespielte Truppe.

Gerade mal zwei Tage brauchte man für die eigentliche Reparatur. Am Freitagmittag wurde mit dem Abbau des Krans begonnen.

Was das Ganze kosten wird, weiß man beim Betreiber des Windparks, den Stadtwerken Wolfhagen noch nicht. Deren technischer Leiter, Dieter Spangenberg, geht von einem Betrag im sechsstelligen Bereich aus. Die Reparaturkosten zahle Hersteller Enercon komplett, dazu noch den Ausfall der Stromproduktion zu 97 Prozent. „Was an uns hängen bleibt, ist der Wegebau und das Herrichten der Plätze“, unterm Strich etwa 20 000 Euro.

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