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9-Euro-Ticket war in der Region begehrt

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Von: Bea Ricken

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Der Sozialverband VdK macht sich für eine Neuauflage des Spartickets stark: Kreisvorsitzende Sonja Franz wünscht sich bessere Angebote für Grundsicherungs- und Hartz-IV-Empfänger sowie mobilitätseingeschränkte Menschen.
Der Sozialverband VdK macht sich für eine Neuauflage des Spartickets stark: Kreisvorsitzende Sonja Franz wünscht sich bessere Angebote für Grundsicherungs- und Hartz-IV-Empfänger sowie mobilitätseingeschränkte Menschen. © Bea Ricken

Deutlich mehr Fahrgäste und 300 000 verkaufte Fahrkarten: Das sind die Eckdaten der Bilanz für das 9-Euro-Ticket im Bereich des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV).

Wolfhager Land. Das Ticket sei sowohl für Ausflüge genutzt worden, aber auch als Alternative zum Auto, sagt NVV-Geschäftsführer Steffen Müller. Das wäre ein Anreiz, das Angebot weiter auszubauen.

Zur Bilanz gehören aber auch Zugausfälle und Eindrücke wie zum Beispiel am Bahnhof Wilhelmshöhe. Wer mitbekommen hat, wie voll ein Regionalexpress aus Frankfurt sein kann oder ein Zug nach Göttingen, der sah die Auswirkungen des Sparangebots. Das war Segen und Fluch zugleich. Tickets wurden in erster Linie dort verkauft, wo es ein gut ausgebautes Angebot gibt. Zum Beispiel in und um Kassel. Hier machte sich zudem die Anziehungskraft der documenta bemerkbar.

Der NVV verzeichnete im Busbereich bis zu 30 Prozent mehr Fahrgäste, in den Zügen waren es bis zu 50 Prozent mehr. Dadurch sei das Vor-Corona-Niveau mit rund 220 000 Fahrgästen am Tag erreicht und zum Teil sogar übertroffen worden. Insbesondere an Wochenenden waren die Züge oft brechend voll.

Den Wegfall des Spartickets bedauert Tamara Morgenroth, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Region Kassel, das auch für die Kreisteile Wolfhagen und Hofgeimar zuständig ist. Es müsse nun dringend ein günstiges Nachfolgemodell geben, das Menschen mit kleinem Geldbeutel entlaste. Wichtig sei außerdem ein ähnlich niederschwelliger Zugang. Gerade für Ältere und Menschen mit Handicap wäre der Tarifdschungel nur schwer zu durchdringen. Wichtig ist aus Sicht der Diakonie-Sprecherin der zeitgleiche Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum.

Für eine dem Neun-Euro-Ticket vergleichbare Lösung setzt sich auch der Sozialverband VdK ein. Dies würde Menschen mit Behinderungen, aber auch Älteren mit Gehhilfen und Beziehern geringer Einkommen, sehr helfen, sagt Sprecher Rainer Gudenberg aus Naumburg. Seine Bilanz zum Thema Neun-Euro-Ticket ist allerdings nicht nur positiv: Vor allem im Nahverkehr habe es zu den Stoßzeiten nur wenig Stell- und Sitzplätze besonders für mobilitätseingeschränkte Menschen gegeben. „Jeder der möchte, muss auch die Chance haben, ein solches Ticket einzusetzen.“ (Bea Ricken und Thomas Siemon)

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