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Feuer und Flamme für Jugendwehr

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Von: Sascha Hoffmann

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Die heutigen Mitglieder der Zierenberger Jugendfeuerwehr
Die Mitglieder der Zierenberger Jugendfeuerwehr sind die Retter von Morgen. © Sasha Hoffmann

Die jungen Mitglieder der Zierenberger Jugendfeuerwehr feiern stolz ihr 50-jähriges Bestehen

Auf sonderlich viel Gegenliebe sind die drei Freunde Herbert Müller, Wolfgang Göbel und Wilhelm Schwedes nicht gestoßen, als sie im Frühjahr 1972 die Idee hatten, in Zierenberg eine Jugendfeuerwehr zu gründen.

„Wir hatten unheimlich viel Widerstand von der alten Feuerwehr“, erinnert sich Müller und kann heute darüber schmunzeln. Unbeirrt habe er gemeinsam mit Göbel und Schwedes das Nachwuchsprojekt verfolgt, bis zur finalen Gründung der Jugendfeuerwehr am 18. Juni vor 50 Jahren mit Wilhelm Schwedes als Jugendfeuerwehrwart und, wie sollte es anders sein, ich selbst sowie Kumpel Wolfgang Göbel als Stellvertreter.

„Wilhelm wollte erst kein Chef sein, doch wir haben ihn überredet, und das war das Beste, was uns passieren konnte“, berichtet Müller von seinem Freund, der schnell „Feuer und Flamme“ gewesen sei und die junge Truppe unaufhaltsam habe wachsen lassen.

Unzählige Übungsdienste, Zeltlager und so mancher Schabernack

Unzählige Übungsdienste, Zeltlager und auch manch Schabernack sorgen bis heute für Gelächter, wenn Müller und Göbel zusammensitzen und in Erinnerungen schwelgen. Sie sind noch immer ein gutes Team und mit Freude dabei, ruhig und nachdenklich werden sie nur, wenn sie vom Tod ihres gemeinsamen Freundes Wilhelm sprechen.

Zu gern hätten sie am Samstag gemeinsam mit ihm das 50-jährige Bestehen „ihrer“ Jugendfeuerwehr gefeiert. Sie werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren, wenn am Feuerwehrhaus in der Kasseler Straße die Jubiläumssause startet und sicher auch die ein oder andere Anekdote ausgetauscht wird.

So auch die von den absoluten Anfängen, als zunächst die Grundausstattung vom Helm bis zur Hose angeschafft, Geräte für Übungen zur Leistungsspange gebaut werden mussten. „Das haben wir drei alles selbst gemacht“, sagt Göbel und berichtet stolz: „Einiges davon ist bis heute im Einsatz.“

Die Leitung der Jugendfeuerwehr legt Wert darauf, Traditionen fortzuführen

Geblieben ist noch wesentlich mehr. Christian Pfeiffer, der heute gemeinsam mit seinen Stellvertretern Florian Kirchner und Philip Schweinsberg die Jugendfeuerwehr leitet, legt großen Wert darauf, alte Traditionen fortzuführen.

Die Pflege der entlang der Warme am roten Ufer hängenden Nistkästen etwa, oder auch das jährliche Einsammeln der Weihnachtsbäume sind Projekte, für die der Nachwuchs bis heute bekannt ist.

„Schon früher wurden die Nistkästen von den Jugendlichen aus ein paar Brettern zusammengebaut, daran hat sich bis heute nichts geändert“, sagt der 26-Jährige und erklärt, warum das so wertvoll ist. „So wird besonders das handwerkliche Geschick und die Teamfähigkeit gefördert.“

„Seit dem ersten Treffen besuchen wir uns immer im Wechsel“

Was die Gründer von einst ebenso wenig missen wollen wie die heutigen Mitglieder der Nachwuchswehr, ist die seit 1980 bestehende Freundschaft mit der Jugendfeuerwehr aus Midlum in der Nähe von Cuxhaven.

„Seit dem ersten Treffen in Zierenberg besuchen wir uns immer im Wechsel“, sagt Pfeiffer und freut sich schon jetzt, am Samstag eine Abordnung aus dem hohen Norden zu begrüßen.

Dann wird gemeinsam ein halbes Jahrhundert Zierenberger Jugendfeuerwehr gefeiert, die längst niemand mehr missen möchte, auch die Gegner von einst nicht. (Sascha Hoffmann)

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