Gründer und Leiter Dirk Lindemann ist stolz auf sein Projekt

Filmmuseum hat große Platzprobleme: Lagerflächen gesucht

Äußerst platzraubend: Museumsgründer Dirk Lindemann vor einem U-Matic und Betacam SP Schnitt- und Mischpult. In Händen hält er einen Super-8 Filmbetrachter der Firma Hähnel. Foto: Knoll

Wolfhagen. Das Wolfhager Museum für Film- und Videotechnik hat ein Problem: Dem Gründer und Leiter Dirk Lindemann mangelt es an Platz, die vielen Exponate unterzubringen.

Im Wolfhager Kulturladen kann sich auf einer Ausstellungsfläche von 30 Quadratmetern derzeit jeder in die technischen Aspekte der Filmgeschichte vertiefen. Lindemann, der früher selbst Dokumentarfilme drehte, ist stolz auf sein Projekt, handelt es sich bei ihm doch um das einzige reine Filmtechnikmuseum Nordhessens.

Gerne würde er das Museum vergrößern, sagt Dirk Lindemann. Ein großer Teil der Exponate lasse sich momentan aber aus Platzgründen nicht ausstellen und liege an verschiedenen Orten gut sortiert in Regalen. Unter anderem habe er eine Zeitlang den Keller des Modehauses Fricke nutzen dürfen, dieser Platz stehe aber bald nicht mehr zur Verfügung.

Deshalb sucht Lindemann nun jemanden, der Lagerplatz für große Exponate wie eine Schnittanlage und klassische Filmkameras bereitstellen kann. Einzige Bedingung: Die Räumlichkeiten dürfen nicht feucht sein. Lindemann spielt ebenfalls mit dem Gedanken, mit seinem Museum umzuziehen, um endlich auch große, sperrige Exponate der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beispielsweise werde der Bereich Video derzeit kaum in der Ausstellung abgebildet, obwohl es viele Stücke in der Sammlung gäbe.

Das Museum erhebt den Anspruch, „nahezu lückenlos die technische Entwicklung von den 1960er-Jahren bis heute“ in der Ausstellung zu präsentieren. Vieles stamme aus seiner privaten Sammlung, erklärt der 75-Jährige und wurde immer wieder für Dreharbeiten genutzt. Aber auch viele Schenkungen, wie der 16mm-Filmprojektor „Plank Ozaphan 100 Magica“ aus den 1930er-Jahren sind fester Bestandteil der Sammlung.

Für die Zukunft stellt sich Lindemann „ein Museum des Anfassens und Ausprobierens“ vor, in dem Kenntnisse einer vergangenen Epoche vermittelt werden. In den jetzigen Räumen sei dies aber nur sehr begrenzt bis gar nicht möglich.

Das Museum für Film- und Videotechnik lässt sich jederzeit während der Öffnungszeiten des Kulturladens Montag bis Donnerstag, 10 bis 16 Uhr, Freitags von 10 bis 12 Uhr, sowie sonntags mit Führung von 11 bis 12.30 Uhr besichtigen. Gruppenführung, auch mit Schulklassen, sind nach Vereinbarung bei Dirk Lindemann unter 05692/994956 möglich.

Von Magnus Knoll

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