Firmen hinterlassen Flickwerk

Goetel will im Herbst Ausbau in den meisten Stadtteilen Wolfhagens beenden

Notdürftig geflickt: der Gehweg an der Brückenstraße in Istha. Dort hat die Firma Goetel Leerrohre verlegen lassen. Ein Großteil der Bewohner ist dort mittlerweile ans schnelle Internet angeschlossen.
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Notdürftig geflickt: der Gehweg an der Brückenstraße in Istha. Dort hat die Firma Goetel Leerrohre verlegen lassen. Ein Großteil der Bewohner ist dort mittlerweile ans schnelle Internet angeschlossen.

Wer wissen möchte, in welchen Stadtteilen Wolfhagens die Firma Goetel bereits Leerrohre für Glasfaser hat verlegen lassen, braucht nur einen Blick auf die Bürgersteige zu werfen. Wo Gehwege unterbrochen sind von Schotterstreifen, kann davon ausgehen, dass sich einige Zentimeter tiefer im Boden die Infrastruktur befindet, die für turboschnelles Surfen im Internet benötigt wird.

Wolfhagen - Doch so sehr in den Stadtteilen die Versorgung begrüßt wird, so sehr häuft sich auch die Kritik am Vorgehen der Baufirmen, die die Arbeiten ausführen und notdürftig geflickte Bürgersteige zurücklassen. Die SPD-Fraktion hatte zu diesem Thema in der Stadtverordnetensitzung eine Anfrage gestellt.

Laut Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) sei in allen von der Goetel GmbH beauftragten Bereichen eine zeitnahe Wiederherstellung der Oberflächen gefordert worden, „oftmals leider ohne Erfolg“. Einige der Firmen, die als Subunternehmen im Dienst der Goetel stehen, gebe es gar nicht mehr. Wo es möglich sei, versuche man den mangelhaften Zustand mit Fotos zu dokumentieren.

Der Bauoberleiter der German Network Construction (GNC) GmbH, die für die Umsetzung der Bauvorhaben zuständig ist, habe ihm mitgeteilt, dass die Oberflächen erst wieder hergestellt würden, wenn die Glasfasern in die Leerrohre mängelfrei eingeblasen seien. So ließen sich mehrere Arbeitsschritte zusammenfassen, was am Ende auch Geld spare.

Anfang Oktober habe er nun in einem Telefonat mit den Firmen Goetel und GNC erfahren, dass mutmaßlich im Herbst dieses Jahres die Bauarbeiten zur Glasfaserverlegung abgeschlossen werden. Lediglich in den Stadtteilen Ippinghausen, Wenigenhasungen, Niederelsungen und Philippinenburg, so Schaake, dauere es länger – dort sollen die Arbeiten im Herbst, spätestens aber Ende 2022 beendet sein.

Bei den Beanstandungen von Anwohnern und Ortsvorstehern handele es sich in jedem einzelnen Falle um Kritik, die sich auf noch nicht fachgerecht abgeschlossene Arbeiten beziehe, sagt Schaake. Die notdürftig geschotterten Gehwege seien nicht der Endzustand. Für sie liege die Verkehrssicherungspflicht bei den bauausführenden Firmen. Sollte also eine Person auf einem provisorisch reparierten Bürgersteig zu Schaden kommen, sei nicht die Stadt Wolfhagen haftbar zu machen, sondern die Baufirma.

Sobald die GNC die finale Wiederherstellung der Oberfläche beauftrage, werde es nach Abschluss der Arbeiten zunächst eine firmeninterne Abnahme geben und darüber hinaus eine Abnahme, bei der auch Vertreter der Stadt zugegen sein werden. Die Gewährleistungsfrist für die Bauarbeiten beträgt vier Jahre ab Abnahmetermin.

Nach Angaben von Frank Nagelschmitt von der Stadt Wolfhagen sei die aktuelle Versorgungslage mit schnellem Internet über Glasfaser in den Stadtteilen recht unterschiedlich. In Istha etwa könnten mehr als 90 Prozent der Goetel-Kunden die hohen Übertragungsraten bereits nutzen. In Viesebeck, wo der Ausbau früh begonnen hat, fehle nach wie vor der Anschluss an die Hauptleitung, an das sogenannte Backbone.

(Von Antje Thon)

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