Flüchtlinge aus der Pommernanlage sammelten Müll

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Trotz Kälte und Wind bei der Arbeit: Neun Männer aus der Pommernanlage sammelten Müll auf einem Feldweg ein. Dazu liefen sie einige Kilometer bis nach Wolfhagen.

Wolfhagen. Die Arbeitsschuhe rutschen im Schlamm, die blauen Mülltüten wehen im Wind, kalte Luft schlägt ihnen ins Gesicht - dennoch macht sich eine kleine Gruppe Flüchtlinge fröhlich lachend an die Arbeit. Sie wollen Müll sammeln.

Und zwar auf dem etwa drei bis vier Kilometer langen Feldweg, der von der Pommernanlage nach Wolfhagen führt.

Leere Flaschen, Zigarettenschachteln, Papier und Plastiktasche finden ihren Weg in die Mülltüten. Die neun Männer sind eifrig bei der Arbeit. Sie sind zwischen 19 und 29 Jahre alt und kommen aus Äthiopien, Somalia, Syrien und Eritrea. „Die Männer sind alle zwischen einem Jahr und drei Monaten hier in Deutschland“, sagt Asib Malekzada, der sich um die Flüchtlinge in der Pommernanlage kümmert.

Malekzada war auch derjenige, der die Idee zu der Sammelaktion hatte. „Der Weg wird von den Flüchtlingen stark genutzt.“ Jeden Tag machen sich auf dieser Strecke durch den Wald Frauen, Männer und Kinder auf den Weg nach Wolfhagen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad, erzählt Malekzada. „Sie gehen dort zum Einkaufen entlang, zu Deutschkursen oder erledigen Behördengänge.“ Für jede Erledigung eine Fahrkarte für den Bus zu kaufen, könnten sich die Flüchtlinge nicht leisten. Deshalb sei der Feldweg, der im oberen Teil nun sogar eine neue Umzäunung bekommen hat, sehr wichtig für sie. „Wenn die Menschen ihn nutzen, müssen wir auch mithelfen, den Weg sauber zu halten“, sagt Malekzada.

Das macht die kleine Gruppe Männer mit viel Spaß. Auch wenn sie nicht so viel Müll finden wie gedacht. „Ich bin erstaunt, wie sauber der Weg eigentlich ist. Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt der Betreuer.

Arbeit wird gern erledigt

Malekzada kümmert sich in der Pommernanlage um 36 Flüchtlinge. Sie halten von Montag bis Freitag das Gelände der Pommernanlage sauber, kehren die Gehwege, räumen Müll weg. Etwa einen Euro in der Stunde könnten sich die Flüchtlinge so dazu verdienen. „Wir haben einen Kooperationsvertrag mit der Arbeitsförderungsgesellschaft“, erklärt Malekzada und fügt hinzu: „Die Menschen sind so froh, wenn sie etwas tun können.“

Als er ihnen von seiner Idee, den Feldweg von Müll zu befreien erzählte, hätten die Männer direkt mithelfen wollen. Bezahlt wird die kleine Gruppe für das Müllsammeln auf dem langen Weg nach Wolfhagen aber nicht. „Sie machen das alles freiwillig.“

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