Flugschau überm Wolfhager Glockenborn - Kraniche und Silberreiher zu Gast

Überwintert im Wolfhager Land: 13 Silberreiher sind derzeit auf Wiesen beim Glockenborn zu beobachten. Fotos: Archiv

Wolfhagen. Naturliebhaber bekommen derzeit im Bründerser Glockenborn einiges geboten. Täglich fliegen mehrere Kranichtrupps über das Wolfhager Land.

„Über das Naturschutzgebiet führt eine der Hauptzugrouten“, erklärt Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der das Naturschutzgebiet betreut. Quasi eine Autobahn des Vogelzuges. Hunderte der Vögel machten am Wochenende hier sogar Rast. In unmittelbarer Nähe der Silberreiher, die am Glockenborn überwintern. Sie werden immer wieder mit den Kranichen oder sogar Störchen verwechselt.

Entsprechende Anrufe gingen in diesen Tagen im Rathaus Wolfhagen ein. Spaziergänger wunderten sich, dass die schneeweißen Vögel, die überall auf den Wiesen auf Mäuse lauern, sich nicht den Kranichzügen anschließen.

Über die Anwesenheit der immer noch seltenen Reiher freuen sich die Naturschützer sehr. „In ganz Deutschland gibt es nur zwei Brutpaare“, erklärt Schmidt. „Das Naturschutzgebiet Glockenborn hat sich seit dem Beginn der Umbaumaßnahmen im Jahr 2004 zu einem wertvollen Feuchtbiotop entwickelt und zieht seitdem auch diese Art an.“ Rund 15 Silberreiher zählt Schmidt pro Winter. „Anfang des vergangenen Jahres waren sogar zeitweise 36 Reiher da.“ Ende April bis Anfang Mai würden die Vögel in ihre Brutgebiete nach Ungarn, Polen und die Ukraine ziehen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Silberreiher in den meisten Brutgebieten Europas durch menschliche Verfolgung so gut wie ausgerottet. Erst Ende der 1980-er Jahre nahm ihre Zahl wieder zu.

Um die Tiere nicht zu erschrecken und zu vertreiben, bitten Stadt und Naturschutzbund um Rücksichtnahme von Spaziergängern. Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner keine Jagd auf die Vögel machen lassen. Dasselbe gilt für rastende Kraniche. Der NABU Hessen bittet darum, einen Mindestabstand von 300 Metern einzuhalten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen.

Der Silberreiher ist mit knapp einem Meter nur unwesentlich kleiner als der Fischreiher. Die langbeinigen und langhalsigen Tiere haben ein schneeweißes Gefieder. Der Schnabel ist im Sommer schwarz und im Winter gelb gefärbt. Er ernährt sich von Fischen, Amphibien, Wasserinsekten und auf den Wiesen von Mäusen.

Die Kraniche sind etwa 1,20 Meter groß, ebenfalls langbeinig und langhalsig. Sie haben ein graues Gefieder, der Schnabel ist fleischfarben.

Videoclip von den Kranichen überm Glockenborn

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