„Da ist ein Fehler im System“

Kreisklinik Wolfhagen: Förderverein kämpft mit Aktionen für Erhalt

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Das Wolfhager Krankenhaus von oben.

Knapp 60 Personen haben das Angebot des Fördervereins Kreisklinik Wolfhagen genutzt und die beiden Veranstaltungen besucht, um sich mit ihren Ideen für einen Erhalt der Klinik einzusetzen.

Eine Resonanz, mit der sich Dieter Schrader, einer von drei Vorsitzenden des Vereins, und Schriftführer Heiko Weisershäuser zufrieden zeigten. Es sei eine bunte Mischung aus Jung und Alt gekommen, mit Ärzten, Geschäftsleuten, aber auch Vertretern aus der Politik.

Einig seien sich nahezu alle darin, nun Flagge zeigen zu müssen. Und so will der Förderverein in den nächsten Wochen einige Aktionen initiieren. Geplant sind eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Experten auf dem Gesundheitssektor, eine Unterschriftenaktion, bei der sowohl auf Listen, als auch auf der Internet-Seite des Fördervereins unterzeichnet werden kann. Für Geschäfte und Arztpraxen werden Plakate erstellt, mit denen auf die Situation der gesundheitlichen Versorgung hingewiesen werden soll. Im Kulturladen Wolfhagen wird am Sonntag, 6. Oktober, ab 18.30 Uhr der Film gezeigt „Der marktgerechte Patient“, der sich kritisch mit dem Gesundheitssystem auseinandersetzt. Aus den Gesprächen haben Schrader und Weiershäuser Wut und Enttäuschung, aber auch kritische Fragen herausgefiltert. Jemand habe angeregt, eine genossenschaftliche Übernahme der Klinik zu prüfen. Bemängelt wurde, dass sich die Klinik einerseits in kommunaler Hand befinde, die dort ablaufenden Prozesse aber nicht kontrollierbar seien, sagt Schrader. Das System sei undurchschaubar.

Mit der Schließung der Klinik finde nur eine Kostenverlagerung statt, am Ende seien es die Bürger, die auch mit längeren Fahrtzeiten mehr für ihre medizinische Versorgung zahlen müssten. Das habe Auswirkungen auf die Ökobilanz, zumal das DRK mit der Schließung des Krankenhauses mehr Rettungsfahrzeuge anschaffen müsste, so Weiershäuser. „Für uns ist die Schließung der Klinik ein Angriff auf die Demokratie“, sagt Schrader. Mit der Gesundheit der Menschen werde versucht, hohe Renditen aus dem Kapital zu ziehen. Dabei werde die Krankenhaus-Landschaft zerstört. „Da ist ein Fehler im System.“ Die Menschen hätten das Gefühl, machtlos zu sein, keinen Einfluss nehmen zu können. Für seine Aktionen benötigt der Förderverein Mitstreiter, aber auch Spenden. 

Wer sich in die Organisation einbringen und Aufgaben übernehmen möchte, kann sich an Dieter Schrader, 05692/995143, wenden. Informationen gibt es zudem auf der Homepage des Vereins unter fkk-wolfhagen.de. 

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