Schädling zerstört Bäume

Förster erwarten eine Borkenkäferplage im Wolfhager Land 

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Nach dem Sturmholz kommt das Schädlingsholz. Gestapelte Fichtenstämme türmen sich an den Waldwegen bis sie abtransportiert werden.

Wolfhager Land - Auf eine Borkenkäferplage stellt sich das Forstamt Wolfhagen ein. Das trockene vergangene Jahr schuf ideale Voraussetzungen für die Schädlinge.

Die Schäden, die Orkan Friederike vor gut einem Jahr in den Wäldern hinterließ, waren groß. Deutlich größer aber dürften die Schäden sein, die nun in seiner Folge der Borkenkäfer anrichten wird, sagt Forstamtsleiter Uwe Zindel.

Das trockenste und laut Deutschem Wetterdienst „wärmste und sonnigste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung“ lieferte dem Schädling ideale Bedingungen. „Es kam zu Massenvermehrungen“, sagt Zindel. Zwei Käfergenerationen pro Jahr seien normal, im vergangenen Jahr jedoch habe es vier Generationen gegeben. Noch im November seien die Insekten in den Wäldern geflogen.

Schädlings- und Sturmholz

Für Hessen-Forst bedeutet die Schädlingsinvasion jede Menge Arbeit. Uwe Zindel rechnet allein für dieses Jahr mit mindestens 50 000 Festmetern Käferholz – also kranken Fichten, die aus dem Wald zu holen sind. Bereits 2018 waren im gesamten Forstamt 30 000 Festmeter Schädlingsholz aus dem Bestand entfernt worden.

Hinzu kamen 130 000 Festmeter Sturmholz. Und auch hier war die Fichte die Leidtragende, zum überwiegenden Teil hatte Friederike die Nadelbaumart umgeworfen.

Vor dem Orkan hatte der Fichtenanteil in den Wäldern des Forstamtes Wolfhagen bei 20 Prozent gelegen. Wenn die Witterung mitspielt und die Aufarbeitung der Schäden gut klappt, hofft Zindel, den Fichtenbestand bei gut 15 Prozent halten zu können. „Wenn wir aber in den kommenden Jahren noch mehr Sommer wie 2018 bekommen, dann gibt es bald keine Fichte mehr.“

Suche nach kranken Fichten

Mit großem Personalaufwand werden im Frühling die Wälder durchstreift, um möglichst alle kranken Fichten fürs Fällen zu markieren. Dabei werden sogar pensionierte Forstleute als Minijobber eingesetzt. Gut 40 Leute beteiligen sich am Monitoring. „So einen Aufwand gab es noch nie“, sagt Forstamtsleiter Zindel.

Im Forstamt Wolfhagen, zu dem neben Wäldern im Altkreis Wolfhagen auch der Hohe Habichtswald und die Gebiete Liebenau, Calden und Fuldatal zählen, sorgte Orkan Friederike im Januar 2018 für 130 000 Festmeter Sturmholz.

Das meiste davon war Fichte. Im Wolfhager Land am stärksten betroffen waren die Reviere, in denen der Nadelholzanteil am Bestand mit 40 bis 50 Prozent am größten ist. Dies sind die Gebiete um Wolfhagen, Naumburg und Ippinghausen. Allein dort gab es 50 000 Festmeter Sturmholz.

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