Wildkameras befestigt

Fotofallen für Luchse im Wolfhager Land installiert

Sicher installiert: Dr. Markus Port von der Uni Göttingen mit einer Kamera. Im Hintergrund von links Revierförster Friedrich Vollbracht, Stephan Schmidt, bei der Stadt Wolfhagen zuständig für Naturschutz und Forst, Student Robert Brozovic, Forstamtsleiter Uwe Zindel und Student Daniel Pankoke. Foto:  Norbert Müller

Wolfhager Land. Die Männer aus Göttingen haben es auf Luchse in den Wäldern des Wolfhager Landes abgesehen, stellen Fallen, in die die eleganten Raubkatzen mit den charakteristischen Pinselohren tappen sollen.

Die Tiere werden, sollten sie erwischt werden, allerdings keinen Schaden erleiden.

Die Besucher aus dem Südniedersächsischen sind Mitarbeiter der Göttinger Uni und haben an zehn verschiedenen Stellen Fotofallen installiert. Monitorin lautet das Stichwort. Es geht um den zweifelsfreien Nachweis der Tiere in der Region.

Jeweils zwei gesicherte Wildkameras werden dazu einen knappen halben Meter hoch an Baumstämmen befestigt, immer an breiten Wegen. „Der Luchs quält sich nicht gern“, sagt Dr. Markus Port, wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Zoologie und Anthropologie, bei dem die Fäden für das Projekt zusammenlaufen. Auf seinen weitläufigen Streifzügen schlägt sich der Luchs nicht gern durch das Dickicht, er bevorzugt tatsächlich die Wege. Und genau dort will man ihn vor die Linse bekommen.

Spuren und Risse 

Dass es im Wolfhager Land Luchse gibt, daran bestehe längst kein Zweifel mehr, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen, das das Projekt tatkräftig unterstützt. Spuren und Risse, also von der Katze erlegtes Rehwild, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder gefunden, auch gab es Beobachtungen von Jägern, Forstarbeitern und Wanderern, aber einen Fotobeleg, sagt Zindel, gebe es bis heute nicht.

Und genau da setzen Dr. Port und seine Mitarbeiter mit den Kameras an. Die Geräte, die über Bewegungs- und Wärmesensoren auslösen, sind mit Fotoblitzen ausgestattet, um eine höchstmögliche Bildqualität auch bei Nachtaufnahmen zu erreichen. Es gehe bei den Aufnahmen darum, die individuelle Zeichnung des Fells zu erfassen, durch die sich die Tiere unterschieden lassen, um damit auf die Größe der Population schließen zu können. Deswegen auch immer zwei Kameras, um beide Flanken des Tiers abzulichten.

Ideales Terrain 

Die Wälder des Wolfhager Landes sind laut Zindel für den vor langer Zeit schon in der Region heimischen Einzeljäger mit ihrer hohen Rehdichte ein ideales Terrain. In seinem großen Streifgebiet von bis zu 10 000 Hektar benötigt ein Luchs pro Jahr zwischen 50 und 60 Rehe. „Das sind Zahlen, die verschmerzbar sind für die Jäger“, ist der Forstamtsleiter überzeugt.

Luchs-Sichtung in Söhrewald

Spaziergänger, sagt Dr. Port, müssten sich übrigens keine Sorgen machen wegen der Raubkatzen. Menschen gegenüber seien sie extrem scheu. Und auch um den Datenschutz müssen sich Wanderer, die in die Fotofallen tappen, nicht sorgen: Spätestens nach vier Wochen, versichert Dr. Markus Port, werden die Fotos ausgelesen, Aufnahmen von Menschen würden sofort wieder gelöscht. Man habe es allein auf die Fotos von den pirschenden Großkatzen abgesehen.

Lesen Sie dazu auch:

- Sechs Luchse in der Region: Interview mit Forschungsprojekt-Leiter

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