Fix vor Ort bei Schnee und Eis

Fragen und Antworten: Fakten zur Ausbildung der Einsatzkräfte des ASB

Wolfhager Land. Rettungs- und Notfallsanitäter versorgen bei einem Unfall die Verletzten vor Ort, bringen sie ins Krankenhaus und müssen bei Schnee- und Eisglätte so schnell wie möglich auf den Straßen unterwegs sein.

Wir zeigen am Beispiel des Arbeiter-Samariter-Bundes Nordhessen (ASB), der acht Rettungswachen im Landkreis Kassel betreibt, wie die Mitarbeiter für die Einsätze ausgebildet werden. 

Wen schickt der ASB im Fall eines Verkehrsunfalls zum Einsatz?

Sollte es zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden kommen, schickt der ASB sowohl einen Rettungs- als auch einen Notfallsanitäter zum Einsatz. Das gilt für die sogenannte Notfallrettung genauso wie für den Krankentransport eines Patienten von seinem Wohnort ins Krankenhaus und umgekehrt.

Sobald der Notruf bei ASB eingegangen ist, bleiben den Rettungskräften nur zehn Minuten, um mit dem Rettungswagen zum Einsatzort zu gelangen.

Wie unterscheiden sich Rettungs- und Notfallsanitäter voneinander?

Der Rettungssanitäter hat im Fall eines Einsatzes die Rolle des Transportführers inne. Er fährt den Rettungswagen und ist verantwortlich für einen unfallfreien Transport von Patient und Einsatzkräften. Wichtig ist es für den Fahrer, nicht nur die Regeln der StVO zu beachten, sondern seine Mitfahrer gleichzeitig schnell und sicher ans Ziel zu bringen.

Während der Rettungssanitäter am Steuer sitzt, versorgt der Notfallsanitäter die Patienten. Er ist hauptverantwortlich im Krankentransport. Mit Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes im Jahr 2014 ist die Ausbildung zum Notfallsanitäter von zwei auf drei Jahre verlängert worden. So sollen die Einsatzkräfte auf die wachsenden Anforderungen im Rettungswesen vorbereitet werden.

Wie werden die Rettungssanitäter für die Fahrt im RTW vorbereitet?

Voraussetzung für den Beruf des Rettungsassistenten ist unter anderem der Führerschein der Klasse B. Viele Auszubildende seien jedoch bereits vor Beginn ihrer Ausbildung in Besitz des Führerscheins der Klasse C1, sagt der Geschäftsführer von ASB Nordhessen, Michael Görner. Damit sind die Fahrer dazu befähigt, einen Transporter mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen zu fahren.

Die RTWs von ASB wiegen insgesamt 4,5 Tonnen. Den entsprechenden Führerschein C1 können die angehenden Fahrer während ihrer Ausbildung machen. Zudem sollen die Azubis lernen, mit Sondersignalen wie Blaulicht und Martinshorn zu fahren – unter anderem in Fahrsicherheitstrainings. Seit 2016 hat der ASB Nordhessen dafür ein eigenes Fahrschulauto. Sobald die Azubis die Führerscheinprüfung abgelegt haben, werden sie zunächst auf 20 Rettungsfahrten betreut, bevor sie allein hinter dem Steuer sitzen dürfen.

Was passiert, wenn ein RTW verunfallt?

Wenn ein RTW auf dem Weg zum Einsatzort oder bereits mit Patienten im Fahrzeug verunfallt, dann greift der Bereitschaftsdienst des ASB. Dieser übernimmt den Einsatz des Rettungsteams, das im Ernstfall medizinisch und psychologisch betreut wird.

Diese Rückfallebene gibt es bereits bei kleinen Unfällen und Schäden wie einem abgefahrenen Seitenspiegel. "Die Rettung ist und bleibt unser oberstes Gebot", sagt Görner. "Blech kann man ersetzen, ein Menschenleben aber nicht."

Wie viele Unfälle mit Personenschaden hat ASB im vergangenen Jahr verzeichnet?

Nur einen Unfall mit Personenschaden verzeichnete der ASB im Jahr 2016. Dabei war ein Rettungswagen mit einem anderen Fahrzeg zusammengeprallt. Sowohl der Beifahrer des RTW als auch die Fahrerin des Smart wurden dabei verletzt.

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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