Spendenaufruf

Hoffen auf noch mehr Rückenwind durchs freiwillige Kirchgeld

+
Das freiwillige Kirchgeld hilft: Der Kredit für den Eigenanteil der Kirchengemeinde an der Renovierung der Dorfkirche Viesebeck wird mithilfe der Spendengelder abgetragen. Unser Bild zeigt Pfarrer Kai Scheiding 2015, vor der Renovierung, im Gotteshaus. 

Die Erfolgsgeschichte geht inzwischen in das 14. Jahr: Das freiwillige Kirchgeld soll auch 2019  Projekte im  Evangelischen Kirchenkreis unterstützen.  

Das freiwillige Kirchgeld hat seit seiner Einführung im evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen bislang insgesamt über 1,1 Mio. Euro eingebracht, Geld, mit dem die Spender gezielt Projekte in ihrer Kirchengemeinde oder in ihrer jeweiligen Nachbarschaft unterstützen können.

Allein im Rahmen der letzten Aktion, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach, „haben über 2000 Menschen 92 362,55 Euro gespendet, um damit 75 Projekte zu unterstützen“. Und er hofft, dass auch im Jahr 2019 wieder eine Summe zusammenkommt, die, wie Gerlach es gerne formuliert, „Rückenwind“ in die Gemeinden und vier Kooperationsräume des Altkreises bringen wird. 78 Projekte haben die 25 beteiligten Kirchengemeinden für dieses Jahr präsentiert. Die Briefe an die potenziellen Geber, in denen die lokalen Vorhaben vorgestellt werden, verteilen die Gemeinden noch bis Ende Oktober. Neben der Beschreibung, wofür man wirbt, wird auch ein spezieller Überweisungsträger im Kuvert sein, der das gezielte Geben für das favorisierte Projekt ganz einfach macht.

In Ehringen, sagt Pfarrer Kai Scheiding, stehe die Innenrenovierung der Kirche an. Voraussichtliche Kosten: 430 000 Euro. Die Kirchengemeinde habe einen Eigenanteil von 30 000 Euro zu stemmen. Die eine Hälfte habe man bereits zusammen. Bis die Arbeiten in voraussichtlich vier Jahren beginnen können, hoffe man, über das freiwillige Kirchgeld die zweiten 15 000 Euro zusammenzubekommen. „Das ist sehr hilfreich, wenn man über Jahre schon Geld sammeln kann. Das entstresst die Finanzierung“, betont Scheiding.

In seiner zweiten Gemeinde, in Viesebeck, wurde die Dorfkirche im Jahr 2015 saniert. Da müssen über fünf Jahre noch jeweils 2000 Euro für den kreditierten Eigenanteil erbracht werden. „Das kriegt man mit einem Gemeindebasar nicht gewuppt.“ Beim freiwilligen Kirchgeld bringen die Viesebecker, rund 220 gehören der Kirchengemeinde an, Jahr für Jahr im Schnitt 2000 Euro in die Spendenkasse.

Als Alternative kann man sich in der Nachbarschaft Wolfhagen-Erpetal, der Scheidings Kirchengemeinden mit acht weiteren angehören, auch für eine Unterstützung des Gemeinschaftsprojektes entscheiden: Ein Abenteuer-Wochenende für Jugendliche, bei dem es neben Kanufahren und Zelten auch um die Beschäftigung mit dem christlichen Glauben gehen wird. So hat jede Gemeinde ihre eigenen Projekte, die häufig die Renovierung des Gotteshauses betreffen, aber auch zur Unterstützung der Kirchenmusik beitragen, und darüber hinaus ein Gemeinschaftsvorhaben wie der Familientag in der Nachbarschaft Elbe-Ems.

Für Pfarrer Joachim Pothmann, Referatsleiter Spendenwesen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, hat das Werben fürs freiwillige Kirchgeld aber noch eine andere Ebene als die rein finanzielle. Man spreche auch Menschen an, „die nicht zur täglichen Kerngemeinde gehören“. Es sei eine Möglichkeit, mit diesen Leuten in Kontakt zu kommen oder zu bleiben und auch von ihnen ein Feedback zu erhalten.

Das scheint zu funktionieren. Dekan Gerlach: „Monetär schwankt es immer etwas beim freiwilligen Kirchengeld. Aber die Spenderzahl steigt kontinuierlich, obwohl die Gemeinden ja eher schrumpfen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.