Erst war nur eine "Baracke" geplant

Freizeitheim Eppe des CVJM Wolfhagen feiert 50-jähriges  Jubiläum

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Seit 50 Jahren dabei: Bernhard Winter vom CVJM (links) half als Jugendlicher beim Tapezieren des Hauses, Gisela und Helmut Böhmer sind seit 50 Jahren Hausmeister des Gästehauses. 

Seit 50 Jahren besteht das Jugendgästehaus des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) Wolfhagen im Korbacher Ortsteil Eppe.

Komplett in Eigenleistung wurde das Haus am Waldrand in den 60er-Jahren gebaut. Gefeiert wird der runde Geburtstag am Samstag, 12. Mai, mit einem Festgottesdienst und einem Grillfest.

Als Bernhard Winter vom CVJM Wolfhagen etwa zwölf Jahre alt war, half er kräftig mit im neuen Freizeitheim des Vereins: Er tapezierte und strich, verbrachte teilweise seine Schulferien dort, um anzupacken. Heute ist Winter im Ruhestand – aber noch immer aktiv dabei.

Der CVJM betreibt zusammen mit der Wolfhager Kirche die Jugendarbeit in der Stadt. In den 60er-Jahren kam die Idee auf, einen Zeltplatz für die jungen Leute einzurichten. Der damalige Wolfhager Diakon Vieser war befreundet mit dem Epper Jugendpfarrer Leiermann, berichtet Bernhard Winter. Der Pfarrer bot seinem Freund schließlich ein drei Hektar großes Grundstück am Epper Waldrand an, das der Kirchengemeinde gehört. Für 99 Jahre hat die Kirche dem Verein das Areal schließlich überlassen.

„Zunächst war dann aber eine Baracke hier geplant“, berichtet Bernhard Winter. Ein Mitglied des CVJM – von Beruf Architekt – schlug jedoch ein Haus vor. 1962 starteten die Bauarbeiten. Finanziert wurde der Bau vor allem durch Spenden, in Eigenleistung setzten die Mitglieder Stein auf Stein. „Deshalb hat es auch fünf Jahre gedauert“, sagt Winter lachend. Im Herbst 1967 war alles fertig, im April 1968 kam die erste Gästegruppe.

Anfangs wurde das Freizeitheim, das damals über 30 Betten verfügte, nur an Gruppen aus der Region vermietet. „Dabei waren wir aber nie religionsgebunden, sondern immer offen für alle“, sagt Winter.

Nach zehn Jahren sah das Heim jedoch nicht mehr gut aus: Weil aus Kostengründen billige Materialien und gebrauchte Möbel genutzt worden waren, war vieles bereits kaputtgegangen. Fast ein Jahr war das Haus deshalb zunächst geschlossen, um das zweistöckige Haus umfassend zu sanieren.

Seit 1986 kümmert sich der Verein Ferienwerk Hessen um die Vermietung des Freizeitheims, bewirbt es im Internet und jährlichen Katalogen. Die Mindestbelegung liegt bei 20 Personen, maximal haben 41 im Haus Platz. 5000 Übernachtungen von Gruppen aus ganz Deutschland, aber auch aus dem europäischen Ausland kommen so jedes Jahr zusammen. „Wenn irgendwo in Deutschland Ferien sind, sind wir ausgebucht“, sagt Helmut Böhmer, der sich seit 50 Jahren mit seiner Frau Gisela als Hausmeister ums Heim kümmert. Doch nun machen die beiden Schluss. Ein Nachfolger für sie ist derzeit noch nicht gefunden.

Sieben Nächte gibt es pro Person ab 59 Euro. Einen Gewinn macht der CVJM als Träger damit nicht, alles, was eingenommen wird, wird wieder in das Gästehaus investiert. Gerade erst wurde für rund 50 000 Euro eine neue Selbstversorgerküche eingebaut. In den vergangenen 25 Jahren seien etwa 500 000 Euro investiert worden, sagt Winter. In etwa zwei Jahren geht es weiter: Dann sollen die Bäder erneuert werden.

Viele Gäste sind dem Heim über Jahrzehnte treu. Manche Besucher, die früher im Heim Tischtennis oder Fußball spielten, machen das heute mit ihren Enkeln, sagt Winter.

Fest zum 50-Jährigen

Am Samstag, 12. Mai, wird das 50-jährige Bestehen des Freizeitheims Eppe ab 12 Uhr mit einem Festgottesdienst, einer Fotoausstellung, Aktionen und einem Grillfest gefeiert. Für Teilnehmer an der Feier aus Wolfhagen wird ein Bustransfer nach Eppe angeboten. Abfahrt des Busses ist um 10.30 Uhr am Evangelischen Gemeindezentrum an der Hans-Staden-Straße in Wolfhagen. Die Rückkehr ist für 17 Uhr vorgesehen. Wer mitfahren möchte, muss sich bis zum Sonntag, 22. April, anmelden, und zwar entweder unter der Telefonnummer 05692/7676 oder im Internet unter www.cvjm-wolfhagen.de.

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