Fusion der Kirchenkreise Wolfhagen/Hofgeismar

Dr. Gernot Gerlach

Wolfhagen. Die beiden Kirchenkreise Wolfhagen und Hofgeismar sollen sich zum 1. Januar 2020 zusammenschließen.

Von dieser Entscheidung der beiden Leitungsorgane, der Kirchenkreisvorstände aus Wolfhagen und Hofgeismar, informierte Dekan Dr. Gernot Gerlach die Mitglieder der Kreissynode während ihrer Zusammenkunft in Ehringen.

Zur Klärung der Details wurde eine gemeinsame Steuerungsgruppe eingesetzt. Ihr gehören die beiden Dekane, die Vorsitzenden der Kreissynoden und zwei Mitglieder der Kreissynoden an. Im Laufe der nächsten Monate wird dieses Gremium mit Hilfe externer Beratung einen gemeinsamen Verfahrensvorschlag und eine Beschlussvorlage zur „Bildung eines Kirchenkreises Hofgeismar-Wolfhagen 2020“ erarbeiten, über den die Kreissynoden im Herbst 2015 abstimmen werden.

Die Steuerungsgruppe wird einiges zu klären haben. So gilt es unter anderem zu klären, was eine Fusion für die Arbeitsfelder Jugendarbeit und Kirchenmusik bedeutet. „Für den Einzelnen wird sich nichts ändern“, sagt der Vorsitzende der Wolfhager Kreissynode, Kirchenrat Günther Dreisbach. Aber es werde Änderungen in der Leitungsstruktur geben, also dann nur noch einen Dekan.

Günther Dreisbach

Auch die Synode werde es treffen. Im Moment, sagt Dreisbach, sei jede Kirchengemeinde mit einem Synodalen im Kirchenparlament vertreten. Nach der Fusion werde das nicht mehr so sein. Derzeit habe der Kirchenkreis Wolfhagen 75 Synodale, Hofgeismar 120. Ein gemeinsames Parlament mit fast 200 Synodalen würde jeden Rahmen sprengen.

Jeder für sich zu klein 

Laut Dekan Dr. Gernot Gerlach folgt man mit diesem Schritt einer Vorgabe des Rates der Landeskirche und der Landessynode. Nach Ansicht beider Gremien, so Gerlach, seien die Kirchenkreise nicht groß genug, um einzeln weiterzubestehen. Kirchenkreise sollten zwischen 25 und 40 volle Gemeindepfarrstellen haben. Und das wird mit Ablauf der Neuordnung 2017 weder Hofgeismar noch Wolfhagen erfüllen.

In fünf Jahren soll der neue, moderne Kirchenkreis stehen. Der Termin sei deshalb gesetzt worden, weil dann auch wieder die Kirchenvorstände neu gewählt werden. Anknüpfungspunkte gebe es schon etliche. Gerlach: „Wir arbeiten in vielen Bereichen zusammen, in der Diakonie, in der kirchlichen Verwaltung, im Familienentlastenden Dienst und auch im Bereich der Kindertagesstätten.“

„Es wird ein recht großer, langgestreckter Kirchenkreis“, erklärt Günther Dreisbach, „von Altendorf im Süden bis Vernawahlshausen im Norden sind es fast 100 Kilometer.“

Nach Angaben von Dekan Gerlach wird der „Kirchenkreis der Zukunft“ zentrales Thema der Herbstsynode am 6. November sein.

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