Trockenheit in der Region hat für Futtermangel gesorgt

Junge Igel sind durch den Dürre-Sommer in Not

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Die Trockenheit des Sommers in der Region hat auch den Igeln zugesetzt. Naturschützer entdecken vermehrt ausgemergelte Tiere mit vielen Parasiten, was einen schlechten Gesundheitszustand spiegelt.

 „Igel sind ohnehin sehr selten geworden, der Nahrungsmangel im Sommer hat die Situation weiter verschärft“, sagt Otto Reinhard vom Naturschutzbund (Nabu) in Oberelsungen. Schon in den vergangenen zwei bis drei Jahren habe er kaum Igel gesehen, in der diesjährigen Saison noch keinen einzigen. Der Igel ist mittlerweile in Bayern schon auf der Roten Liste und der Bestand hat sich erheblich dezimiert.

Viele Igel mangelernährt

Susanne Weber aus Kassel, die als private Pflegestelle auch hilfsbedürftige Tiere aus dem Altkreis Wolfhagen betreut und wieder dort auswildert, nennt die Situation der Igel dramatisch. „Was in diesen Tagen noch draußen herumläuft, ist definitiv in Not“. Schon die Igelmütter seien in diesem Sommer mangelernährt gewesen und jetzt wären extrem viel Jungtiere unterwegs, die den Winter nicht überlebten.

Hilfe für Igelkinder: In der privaten Pflegestelle von Susanne Weber werden schwache und kranke Igel aufgepäppelt und danach ausgewildert.

Futter für Igel: Insekten

„Insekten sind die Hauptnahrungsquelle für Igel und deren Rückgang raube ihnen die Lebensgrundlage“, so Weber. Schnecken und Regenwürmer, die Igel als Alternative fressen, habe es diesem Sommer durch die Trockenheit kaum gegeben.

Der Feind des Igels sei auch der Straßenverkehr, so Otto Reinhard. Außerdem fehlten den Igeln Lebensraum und Überwinterungsmöglichkeiten. Dies finde er in aufgeräumten Gärten und Steinflächen nicht vor.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt. 

„Den Igeln ist am besten mit einer naturnahen Gestaltung des Gartens geholfen.“ Ein naturfreundlicher Garten biete nicht nur gute Versteckmöglichkeiten in Laub- und Reisighaufen, sondern mit Regenwürmern, Schnecken und Käfern auch Igelnahrung.

Eine Igelburg könne man selbst aus einer einfachen Holzkiste bauen, die mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird. Verletzte und zu schwache Igel sind laut Nabu am besten beim Tierarzt oder in einer Igelstation aufgehoben. Wer einen Igel entdeckt, findet erste Hilfsmaßnahmen auf der Homepage von Pro Igel.

Zum Thema auch: Laub und Fallobst im Garten helfen Tieren im Winter

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