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Gregor Meyle zum vierten Mal im Wolfhager Kulturzelt

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Von: Sascha Hoffmann

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Gregor Meyle bei seinem vierten Konzert im Wolfhager Kulturzelt
Traf mit Songpaketen voller Liebe mitten ins viel besungene Herz: Gregor Meyle. © Sascha Hoffmann

Rock, Pop und Comedy - das Kulturzelt in den Wolfhager Teichwiesen ist das Mekka der Kulturhungrigen. Am Sonntag war Singer-Songwriter Gregor Meyle zu Gast.

Wolfhagen – Es dauert für einen Gregor Meyle ungewohnt lang, bis er mit seinem Publikum eins wird. Es mag an den anfänglichen Soundproblemen liegen, die am Sonntagabend nicht überall im Wolfhager Zelt die gesungenen Texte ankommen und die Stimmen sogar ganz in den Mikrofonen versickern lassen – zunächst die seiner Backgroundsängerin Lena Belgart, dann seine eigene.

Die frühe Unterbrechung entpuppt sich aber schnell als willkommenes Reset und tut nicht nur der fix wiederhergestellten und für den Tonausfall verantwortlichen Stromversorgung gut, sondern irgendwie auch dem gesamten Abend. Zurück im Scheinwerferlicht, scheint plötzlich alles besser zu laufen. Zwar braucht es noch immer die direkten Aufforderungen Meyles, um die Wolfhager aus ihren gemütlichen Tribünensitzen zu locken, doch es funktioniert, die feiernden Fans direkt vor der Bühne hat er ohnehin schon ins Dauertanzen gezogen.

„Die wunderschönsten Dinge“ sind es schließlich, die das Eis endgültig brechen lassen. Endlich singen, endlich tanzen, endlich feiern sie, die Wolfhager, die als treue Meyle-Fans bekannt sind, der mittlerweile zum vierten Mal in der Kulturzeltstadt gastiert.

Nun ist kein Halten mehr, der sympathische Schwabe holt seine größten Hits heraus und erzählt die dazugehörigen Geschichten. Die von einsamen Abenden im Kino etwa, möglichst bei einem schlechten Film wie „Avatar“ und mit so wenig Geld in der Tasche, dass es gerade einmal für eine winzig kleine Tüte Popcorn reicht. Treue Fans haben die Geschichte schon zigfach gehört, doch das macht nichts, führt sie schließlich hin zu „Keine ist wie Du“, jener Gänsehautnummer, von der man einfach nicht genug bekommen kann. „Ich will nie wieder mein Kopf verlieren, ich will nie wieder mein Herz riskieren…“ – jetzt liegen sich die Massen zumindest gefühlt in den Armen und schicken einen kollektiven Seufzer gen Zelthimmel, der in Form einer wohligen Gänsehaut über die verschwitzten Rücken gen Boden zurückkehrt. Spätestens jetzt ist vergessen, dass das Zelt weit entfernt ist von ausverkauft - die, die da sind, feiern den zottelbärtigen Hutträger umso stürmischer. Ob vor 1000 oder 500 Zuhörern, Meyles selbstgebaute Welt aus flauschigen Pop-Perlen, einem feinen Mix aus Folk, Soul und sogar einem Hauch Reggae fühlt sich einfach immer gut an und lässt die reale Welt mit all ihrem Wahnsinn für einen Abend mal kurz vergessen. Da stört es nicht mehr, dass der Anfang holprig war. (Sascha Hoffmann)

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