Im Gasterfelder Wald liegen Blindgänger und Reste von Munition

Wolfhagen. Für den mit Rüstungsaltlasten verseuchten Wald auf dem ehemaligen Standortübungsplatz bei Gasterfeld gibt es nun eine historisch-genetische Rekonstruktion.

Das Gutachten, für das in verschiedenen Datenquellen ein dreiviertel Jahr lang unter Federführung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) recherchiert wurde, liegt seit kurzem vor. Das sagt Dominique Meyer, Servicebereichsleiter des Bundesbetriebsforstes Schwarzenborn. Das Papier gibt Auskunft über das Ausmaß der im Boden lauernden Gefahren. Fest steht: Das Gelände gleiche einem Flickenteppich mit verschiedenen Verseuchungsgraden. Meyer, der derzeit gegenüber der HNA keine weiteren Details aus der Faktensammlung zitieren möchte, kündigte an, möglichst noch im August zusammen mit der Stadt Wolfhagen und dem Land Hessen konkrete Schritte abzustimmen, die sich aus dem Gutachten ergeben. Üblich sei es, eine Gefahrenabwehrverordnung zu erlassen, in die auch der Kampfmittelräumdienst eingebunden ist.

Wegen der Risiken werden Besucher des 260 Hektar großen Waldgebietes bei Gasterfeld bereits jetzt dazu angehalten, Waldwege nicht zu verlassen. Schilder weisen auf die Explosionsgefahr hin. Nur ein kleiner Teil der Fläche könne forstlich bewirtschaftet werden, entlang der Wege werde lediglich der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen, sagt Meyer.

In diesem Zusammenhang heikel dürfte die Unterbringung der Flüchtlinge in der Pommernanlage sein. Die Wege in den Wald sind kurz. Viele der Asylbewerber sprechen kein Deutsch. Allerdings werde in der Gemeinschaftsunterkunft in englischer Sprache auf die Gefahren hingewiesen, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, der die Risiken als gering einschätzt. Die Flüchtlinge orientierten sich stärker nach Wolfhagen. Letztlich sei aber die BIMA für die Sicherheit zuständig.

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