Die Gäste bleiben aus

Gastronomen im Altkreis leiden trotz Lockerungen unter der Krise

Die Tische bleiben in vielen Gaststätten, Restaurants und Cafés im Wolfhager Land trotz der aktuellen Lockerungen leer.
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Die Tische bleiben in vielen Gaststätten, Restaurants und Cafés im Wolfhager Land trotz der aktuellen Lockerungen leer.

Die Lockerungen, die das Land Hessen für Restaurants beschlossen hat, lösen im Wolfhager Land keine Begeisterungsstürme aus. Die Gastronomen haben Sorgen.

Wolfhager Land – Ab heute (28. Mai) dürfen die Gastronomen wieder mehr Gäste ins Restaurant lassen: Das Land Hessen hat die Hygienevorschrift gekippt, dass pro fünf Quadratmeter Fläche nur ein Gast eingelassen werden darf. Eine neue Regelung, die bei den Gastronomen im Wolfhager Land keine Begeisterungsstürme auslöst.

Wolfgang Schneider, Inhaber des gleichnamigen Ferienhofes in Heimarshausen, findet die neue Regel zwar positiv, hat aber wie viele seiner Kollegen ganz andere Sorgen. Nachdem einem Gastronom in Niedersachsen eine Geldstrafe droht, da sich seine Gäste im Lokal mit dem Coronavirus infiziert haben, geht bei den Restaurantbesitzern auch im Wolfhager Land die Angst um. 

Schneider bietet wieder Feiern an und hat dafür ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt. „Was aber, wenn die Gäste dann doch an den entfernten Tisch gehen und sich unterhalten?“, fragt er. Er hafte dafür, wenn sich jemand bei ihm infiziere, und das bereite ihm erhebliche Bauchschmerzen: „Im Supermarkt oder der Bahn haftet niemand. Aber wir Gastronomen sind die Buhmänner.“ 

Schneider hofft, dass es hier noch eine Änderung gibt. „Die massiven Umsatzverluste haben wir ja zusätzlich noch, und viele Gäste kommen aus Angst trotz der Öffnung nicht.“

Zweifel, ob es nach der Krise wieder so wird wie vorher

Geschlossen bleibt das Gasthaus zur Linde in Niederlistingen. „Wir warten noch“, sagt Heinz Brand, der ehemalige Gasthausbetreiber, der den Betrieb an Tochter und Schwiegersohn übergeben hat. Es würde auch keine richtige Stimmung aufkommen, wenn Gäste weit voneinander entfernt sitzen müssten und auch nicht an die Theke dürften. 

Die Geselligkeit bleibe völlig auf der Strecke, ergänzt Brand traurig. Er glaubt auch, dass es nach Corona nie mehr so werden wird, wie es davor war.

In der Gaststätte Kuhaupt in Leckringhausen sind nicht die fünf Quadratmeter das Problem, sondern die 1,50 Meter Abstand, die trotzdem eingehalten werden müssten. „Man merkt auch, wie verhalten die Leute sind“, sagt Marko Kuhaupt. Er versuche, das Beste aus der Krise zu machen. 

„Wir leben von Tag zu Tag. Was soll ich mir einen Kopf machen“, so Kuhaupt. Er habe zum Glück einen riesigen Biergarten, wo Abstand gehalten werden könne und habe längst auf Selbstbedienung umgestellt. Damit seien die Gäste zufrieden und würden gut damit umgehen.

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