Über neue Serpentinen zur Burg

Gefahr durch abgestorbene Bäume machte Ersatz für Zickzackweg nötig

Sind von der neuen Streckenführung zwischen Burg und Katzenloch angetan: Matthias Schnücker, beim Forstamt Wolfhagen Leiter des Bereichs Dienstleistungen und Hoheit, und Heinrich Bachmann (rechts), Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Weidelsburg, bei der offiziellen Freigabe des Wanderweges.
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Sind von der neuen Streckenführung zwischen Burg und Katzenloch angetan: Matthias Schnücker, beim Forstamt Wolfhagen Leiter des Bereichs Dienstleistungen und Hoheit, und Heinrich Bachmann (rechts), Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Weidelsburg, bei der offiziellen Freigabe des Wanderweges.

Es gibt kein Zurück: Der Zickzackweg, die kurze, steile Verbindung zwischen Weidelsburg und dem Fuß des Berges, wird nicht wieder für Wanderer freigegeben.

Ippinghausen – Stattdessen gibt es ab sofort eine Ersatzstrecke, etwas länger als der bisherige gut 300 Meter kurze, fast schon alpine Aufstieg, dafür aber landschaftlich noch reizvoller. Der Zweckverband Naturpark Habichtswald und Hessen Forst haben die alternative Streckenführung gemeinsam festgelegt und jetzt die Freigabe erteilt.

Zuvor, sagt Matthias Schnücker von Hessen Forst, habe man allerdings einige vorbereitende Arbeiten erledigen müssen. Im oberen Bereich nahe der Burg haben Forstarbeiter gut 20 kranke Eschen und Buchen beseitigen müssen, die eine akute Gefahr für die Nutzer des Weges gewesen wären. Es waren Bäume, die durch die Trockenheit der vergangenen Jahre und dadurch bedingtem Pilzbefall extrem geschädigt waren und bei denen Äste, Kronen oder gar der ganze Baum abzubrechen drohte.

Anders als beim Zickzackweg, wo ein Großteil der Strecke säumenden Bäume erkrankt oder bereits abgestorben waren, beschränkte sich an der neuen Verbindung zwischen Burg und Bergsockel die Gefahr durch maladen Baumbestand auf den Bereich nahe der Burg. Vom dortigen breiten Schotterweg aus konnten die Bäume unter Einsatz schweren Geräts gefällt werden. Forstarbeiter, sagt Matthias Schnücker, dürfen an solche Bäume wegen der Bruchgefahr mit Kettensäge und Keil nicht mehr ran. „Das wäre lebengefährlich“, so der Bereichsleiter vom Wolfhager Forstamt, das für die Weidelsburg und den Berg zuständig ist. Die Methode der Wahl ist in solchen Fällen das Seilen: Ein Stahlseil wird am Baum befestigt und angezogen, bis der Baum abknickt. Am Zickzackweg sei aber auch diese Methode nicht infrage gekommen, so Schnücker, weil man am Steilhang mit den Maschinen und den Seilen nicht nahe genug an die Bäume herangekommen sei. „Da gab es keine Chance, den Weg wieder aufzumachen. Wir haben alles versucht.“

„Das ist der erste Wanderweg, den wir bedingt durch abgestorbene Bäume verlegen mussten“, erklärt Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald. „Die Frage der Verkehrssicherheit steht bei uns immer im Fokus“, so Depenbrock. „Uns stellt das Waldsterben vor ganz neue Herausforderungen.“

Der Zickzackweg war Teil des Habichtswaldsteigs, des Wanderwegs H8 sowie des Hugenotten- und Waldenserpfades. Das gilt nun auch für den neuen, namenlosen Streckenabschnitt. Er beginnt direkt am Katzenloch, dem imposanten, stillgelegten Basaltsteinbruch am westlichen Hang des Weidelsberges. Um das Katzenloch herum schwingt sich der Weg in deutlich breiteren und weniger steilen Serpentinen den Hang hoch in Richtung Burgruine.

Heinrich Bachmann, Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Weidelsburg, hat den neuen Weg eingehend getestet und lobt den Ersatz. Der alte Zickzackweg sei recht anspruchsvoll gewesen, sowohl beim Aufstieg, wie auch beim Abstieg. Die neue Strecke, die nur unwesentlich länger sei, sei deutlich angenehmer zu laufen. (Norbert Müller)

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