Gegen den Wegwerf-Trend

Gegen den Wegwerf-Trend: In Habichtswald entsteht erstes Repair Café in Region

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Reparieren statt wegwerfen: Bettina Fröhlich-Burkamp (links) und Heidi Halberstadt gehen mit gutem Beispiel voran und initiieren in Habichtswald das erste Repair Café im Altkreis.

Habichtswald. Was macht man mit einem Stuhl, an dem ein Bein kaputt ist? Mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Mit einem Wollstrumpf, der durchlöchert ist? „Wegwerfen? Denkste!“, lautet die Antwort und gleichzeitig das Motto einer internationalen Initiative, die Bürger bei der Gründung so genannter Repair Cafés unterstützt.

Ein solches soll nun auch in Habichtswald seinen Platz finden, bei einer Gründungsveranstaltung am Samstag, 15. November, wollen die Initiatoren zwischen 14 und 18 Uhr im kleinen Saal der Dörnberger Mehrzweckhalle die Weichen stellen für künftig regelmäßige Termine.

Projekt ohne Konkurrenz

Zusammenrücken, Netzwerken, Aufrütteln – das Habichtswalder Repair Café soll abwechselnd in Dörnberg und Ehlen stattfinden und als erstes Repair Café im Altkreis mit gutem Beispiel voran gehen. „Langfristig schwebt uns die Gründung einer Nachbarschaftshilfe vor, ein erster Schritt dorthin könnte das Repair Café sein“, sagt Ideengeberin Bettina Fröhlich-Burkamp, die sich gemeinsam mit Heidi Halberstadt, Holger König und Jörg Deichmann kürzlich vom Land Hessen zu Ehrenamtslotsen hat ausbilden lassen. „Wir waren aufgerufen, ein erstes Projekt zu initiieren, da schien uns das Repair Café passend, weil es keine Konkurrenz zur vorhandenen Struktur darstellt“, fügt Halberstadt hinzu.

Welche Begabungen gibt es vor Ort? Wie können Menschen miteinander in Kontakt gebracht werden? Beim Repair Café geht es nicht nur darum, defekte Gegenstände zu reparieren, sondern auch darum, einen Treffpunkt zu schaffen. „Die Menschen in Habichtswald sollen sich besser kennenlernen und ein Netzwerk bilden, im Idealfall voneinander profitieren“, so Fröhlich-Burkamp. Schneiderin, Schreinerin, Gitarrenexpertin, Strickerin, Elektriker, Schlosser, Fahrradmonteur und Computerfachmann: Acht Experten haben sich gefunden, um am kommenden Samstag in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen ihr Wissen weiterzugeben und aktiv gegen die Wegwerfmentalität vorzugehen. „Es geht natürlich auch um Nachhaltigkeit“, erklärt Halberstadt, die mit ihren Kollegen Menschen dazu bringen möchte, wieder genauer hinzuschauen. „Wir sind eine Wegwerfgesellschaft geworden und vielleicht kann unser Projekt hier ein wenig als Stoppschild dienen.“

Ihre Dienste bieten die Experten beim Repair Cafés kostenfrei an, für einen eventuellen Materialeinsatz wird lediglich um eine Spende gebeten. „Sollte am Ende etwas übrig sein, wollen wir damit den Förderverein der evangelischen Kindertagesstätte in Dörnberg unterstützen“, sagt Fröhlich-Burkamp, die sich auf ein Miteinander und möglichst viele reparierte Stühle, funktionstüchtige Toaster und gestopfte Wollstrümpfe freut.

Von Sascha Hoffmann

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