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Generalprobe mit Tipps: „Nicht knabbern“

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Von: Norbert Müller

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Generalprobe mit Pfarrer Ulrich Trzeciok (Mitte), Gemeindereferent Alexander von Rüden und den drei Katechetinnen.
Noch in Alltagskleidung: die Generalprobe mit Pfarrer Ulrich Trzeciok (Mitte), Gemeindereferent Alexander von Rüden und den drei Katechetinnen. Am Sonntag tragen die Kinder einheitliche Gewänder. © Norbert Müller

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Naumburg – So richtig locker sind sie nicht, die zehn Jungs und Mädchen, die am Donnerstagnachmittag in der katholischen Naumburger Stadtkirche zur Generalprobe angetreten sind.

Am Sonntag werden sie erstmals die heilige Kommunion empfangen, dann liegen Wochen der Vorbereitung hinter ihnen, Stunden, die sie gemeinsam genossen haben, in denen sie auch viel Spaß hatten. Heute ist Konzentration gefragt, schließlich werden die Abläufe für den Gottesdienst am Weißen Sonntag durchgespielt.

Mit dabei sind ihre drei Katechetinnen. Karina Schwarz, Tanja Vorpahl und Julia Hensel aus dem Kreis der Mütter, haben die Gruppenstunden gestaltet, unterstützt von Gemeindereferentin Gisela Mihm und ihrem Kollegen Alexander von Rüden, der bei der Generalprobe Regie führt.

Die Ruhe selbst ist der Geistlicher Rat Ulrich Trzeciok, Stadtpfarrer im Ruhestand

Die Ruhe selbst ist unterdessen Geistlicher Rat Ulrich Trzeciok, Stadtpfarrer im Ruhestand, der aber nach wie vor in der Naumburger Kirchengemeinde und der Bad Emstaler Filiale seinen Beitrag leistet, wann immer er gebraucht wird. Und das ist nicht gerade selten, so wie auch am Sonntag. Da springt er nämlich für den amtierenden Stadtpfarrer Johannes Kowal ein, der krankheitsbedingt ausfällt.

Während Pfarrer Trzeciok noch entspannt auf der Bank sitzt, ist Alexander von Rüden schon bei den Abläufen. Die Reihenfolge beim Einzug der Kinder zum Gottesdienst in die Kirche gilt es festzulegen, die kurzen Texte wie die Fürbitten, die von den Kindern vorgelesen werden, müssen verteilt werden. „Viel Vorgeplänkel“, sagt von Rüden, sei das jetzt erst mal.

Dann ist die kleine Truppe, bei der ein Kind coronabedingt nicht mitmachen kann, auch schon mitten in der Praxis. Hinten im Turm stellen sich die Kinder auf und ziehen ein ins Kirchenschiff bis an den Chorraum. Dort am Mikrofon lesen sie ihre Texte vor. Zuhause möge man das Lesen noch mal üben, sagt Alexander von Rüden, der noch einen Tipp parat hat: „Am besten klingt es, wenn es auswendig vorgetragen wird.“

Der Durchlauf für den wortlastigen Teil des Gottesdienstes hat schon ganz gut geklappt

Der Durchlauf für den wortlastigen Teil des Gottesdienstes hat schon mal ganz gut geklappt, jetzt geht es zum Altar. Und da ist dann auch Pfarrer Trzeciok schnell mitten in der Gruppe. Er beschränkt sich nicht nur auf die weiteren Abläufe, er erklärt den Kindern auch ganz nebenbei noch Interessantes.

Etwa, wie Hostien gebacken werden und dass es da regional Unterschiede gibt. Schließlich wird auch die Kommunion selbst durchgespielt: Wie hält man die Hände beim Empfangen der kleinen Oblate? Jedes Kind bekommt eine ungeweihte Hostie zum Probieren und den Hinweis: „Nicht knabbern, ganz in den Mund stecken.“

Ulrich Trzeciok gibt die Anregung weiter, die er bei seiner eigenen Erstkommunion vor 72 Jahren vom Pfarrer bekam. „Nach dem Essen der Hostie macht einen Moment die Augen zu.“ Dann könne man Gott still etwas ganz Persönliches sagen, „das, was ihr auf dem Herzen habt“.

Am Sonntag geht es zum Gruppenfoto, dafür gibt es praktische Tipps

Nach dem Segen folgt der Auszug der Kommunionkinder. Am Sonntag geht es dann direkt Richtung Treppe vor der Kirche zum Gruppenfoto, und zwar jeder mit seiner während einer der Gruppenstunden gestalteten Kerze.

Wieder gibt es praktische Tipps: Man möge aufpassen, dass man dem Kind, hinter dem man geht, nicht aus Versehen die Haare ansengt. Und wenn draußen der Wind die Flamme auszupusten droht, nicht dagegen ankämpfen, sondern ausgehen lassen und dann daran denken, dass das Wachs noch etwas länger heiß und flüssig ist.

Als die Katechetinnen nach fast zwei Stunden Probe den Kindern kleine Präsente überreichen, wirken die Jungen und Mädchen doch etwas geschafft. Ob man das alles noch weiß, wenn am Sonntag um 10 Uhr der Gottesdienst beginnt? „Das war jetzt viel. Ihr habt das gut gemacht“, lobt Alexander von Rüden die Gruppe und beruhigt: „Am Sonntag leiten wir euch. Macht euch keine Sorgen.“ (Norbert Müller)

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