Gesundheitszustand der Buchen im Landkreis Kassel kritisch

Wolfhager Land. Trotz der Trockenheit im Frühling und Sommer ist der Gesundheitszustand des Waldes in Hessen erstaunlich stabil.

Das ist die Bilanz des Waldschadensberichtes 2015, der jetzt vom Umweltministerium in Wiesbaden herausgegeben wurde. Der Anteil starker Schäden bei allen Baumarten liegt mit drei Prozent auf einem geringen Niveau. Bei den älteren Bäumen sind die Schäden sogar von drei Prozent im Vorjahr auf zwei Prozent in 2015 gesunken.

Für den Landkreis Kassel kann Uwe Zindel von Hessen Forst diesen positiven Bericht nicht uneingeschränkt bestätigen. In der Region sei das größte Sorgenkind die Buche, mit einem Anteil von 60 Prozent die wichtigste Baumart im Kreis. Sie brauche eher feuchte Sommer und mit den Folgen der Trockenheit der vergangenen zwei Sommer sei zeitverzögert mit weiteren Schäden zu rechnen, so Zindel. „2015 war nach 2014 das wärmste Jahr seit den Wetteraufzeichnungen mit deutlichem Trockenstress für die Bäume. Ich sehe die Gesundheitslage angespannt bis kritisch.“

Neben dem Wassermangel werde die Widerstandsfähigkeit der Bäume durch milde Winter weiter geschwächt, weil mehr Schädlinge mangels Frost überlebten. Vermehrtes Auftreten von Pilzen - oder wie im Revier Fuldatal von Rindennekrosen - seien alarmierend. Er und seine Kollegen hätten auch das Gefühl, dass in mittelalten und älteren Buchenbeständen mehr Bäume absterben würden.

Um Strategien zu finden, dem Klimawandel zu trotzen, läuft seit Jahresanfang in den Kommunalwäldern Naumburg, Wolfhagen, Zierenberg und Calden repräsentativ für Hessen das Klimwaldprojekt. Hierbei wird versucht, den Wald durch verschiedene Strategien für die Veränderungen fit zu machen. Beispielsweise durch die Anpflanzung gemischter Baumbestände statt Monokulturen.

Rubriklistenbild: © dpa

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