Chance auf die Datenautobahn

Glasfaserkabel: Goetel bietet flächendeckenden Ausbau der Wolfhager Stadtteile an

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Objekte der Begierde: Glasfaserkabel bis zum Haus und damit ohne Verluste durch die letzte Meile in Kupfer versprechen eine zukunftssichere, schnelle Datenversorgung. 

Die Chancen waren selten so günstig, die Wolfhager Stadtteile so ans Internet anzuschließen, dass selbst die kürzlich verdrahteten Kommunen im Wolfhager Land neidisch auf die Dörfer blicken werden.

Die Göttinger Firma Goetel bietet an, Glasfaser flächendeckend bis zu den Häusern zu legen. Eine verlustfreie Technik, mit der man sich als Hauseigentümer Leitungen bis zu 1000 Mbits legen kann. Mehr Highspeed ist derzeit auf den Datenautobahnen durch die Kommunen kaum möglich.

Das Investment muss für Goetel aber auch die Aussicht bieten, in die Gewinnzone zu kommen. Und deswegen müssen sich in den jeweiligen Stadtteilen mindestens 60 Prozent der Haushalte für einen Anschluss bereit erklären. Das muss nicht der 1000-Turbo sein, das Angebot beginnt bei Tarifen mit zehn Mbits.

Frank Nagelschmitt, im Wolfhager Rathaus auch für den Ausbau der Breitbandversorgung zuständig, sieht das Angebot der Firma Goetel als Riesenchance für die Stadtteile. Außer Goetel, so Nagelschmitt, habe kein Mitbewerber den Ausbau für alle Stadtteile in einem Paket angeboten. Und bei den meisten laufe die letzte Meile bis zum Haus über alte Kupferkabel mit entsprechendem Kapazitätsverlusten.

Nagelschmitt macht aber auch gleich deutlich, dass, wenn ein Stadtteil nicht die erforderliche Menge an Haushalten melden kann, nicht gleich das ganze Projekt stirbt, aber man fiele in dem betreffenden Dorf raus und müsste wohl lange auf eine neue Chance warten.

Um die Stadtteile umfassend über das Angebot und auch die Preise zu informieren, werden ab diesem Monat in allen Orten Info-Veranstaltungen mit der Stadt und dem Interessenten Goetel angeboten (siehe Hintergrund).

Laut Frank Nagelschmitt wurden erste Kontakte zwischen Stadt Wolfhagen und Goetel im vergangenen Jahr geknüpft, als man erfahren hatte, das die Göttinger das umstrittene Unternehmen ACO aufgekauft hatten. ACO war als Pionier auch im Wolfhager Land in Sachen Internetverbindungen an Orten, wo die Deutsche Telekom kein Interesse hatte. Allerdings waren letztlich weder die technische Leistungsfähigkeit noch der Service zeitgemäß.

Goetel dagegen, so Nagelschmitt, machte schon während der ersten Gespräche mit Bürgermeister Reinhard Schaake und dann auch bei einem Termin in Wolfhagen einen vielversprechenden Eindruck, zumal das Unternehmen seine eigenen Glasfaserleitungen verlegt und damit nicht von den üblichen Ausschlusskriterien betroffen ist. Rückenwind bekam das Vorhaben dann auch noch dadurch, dass die Ortsvorsteher der Stadtteile in einer Resolution auf die Dringlichkeit eines zeitgemäßen Breitbandausbaus in der unterversorgten Wolfhager Dörfern hinwiesen. Wenig später einigten sich die Ortsvorsteher, die Stadt und Goetel auf den Info-Marathon in den Stadtteilen – mit Ausnahme der Kernstadt, die als versorgt gilt.

Bei den weiteren Gesprächen mit Goetel, den städtischen Tiefbauern und den Stadtwerken sei man beim Ausloten der Verlegemöglichkeiten – auch durch vorhandenen Leerrohre – „sehr weit gekommen“. Nagel-schmitt: „Alle haben ihre Hausaufgaben gemacht“ und bleiben weiter aktiv. Laut Nagelschmitt hat jeder Stadtteil für die Akquise vier bis sechs Wochen Zeit. Mitarbeiter von Goetel werden dann unterwegs sein, auch die Ortsvorsteher stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Stadtteile, die letztlich mit dabei sind, sollen laut Goetel in gut zwölf Monaten voll ausgebaut sein. Baustart sollte im Frühjahr sein.

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