Vorhaben ist zu teuer

Glaspavillon zwischen Burg und Museum ist vom Tisch

Hübsch anzusehen, aber sanierungsbedürftig: Die Burg in Wolfhagen. Der Landkreis Kassel plant eine grundhafte Modernisierung, die einen barrierefreien Zugang ermöglicht. In dem Gebäude haben 30 Angestellte der Kreisverwaltung ihren Arbeitsplatz. Foto: Thon

Wolfhagen. Aus dem Glaspavillon, über den Burg, Regionalmuseum Wolfhager Land und Zehntscheune in Wolfhagen barrierefrei hätten erschlossen werden können, wird nichts. 

Das Vorhaben ist für den Landkreis Kassel, der Eigentümer aller drei Gebäude ist, zu teuer. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Machbarkeitsstudie, die der Kreis in Auftrag gegeben hatte.

Allerdings gibt es eine abgespeckte Alternative, von der allein die Burg profitieren würde. In ihr haben 30 Beschäftigte der Unteren Naturschutzbehörde, im Fachbereich Jugend und der Verwaltung der Arbeitsförderungsgesellschaft ihren Arbeitsplatz. Lediglich das Verwaltungsgebäude soll barrierefrei erschlossen werden, sagt Harald Kühlborn, Sprecher der Kreisverwaltung. Darüber müsse der Kreistag im Dezember entscheiden, wenn er über den Haushalt 2016 abstimmen wird. Die Kosten für die Sanierung der Burg lägen deutlich über zwei Millionen Euro. Neben einem barrierelosen Zugang müssten der Brandschutz, elektrische und sanitäre Anlagen ebenso erneuert werden wie die Beleuchtung.

Die Idee vom Fahrstuhl im gläsernen Anbau zwischen Burg, Museum und Zehntscheune hätte den Charme gehabt, alle drei Gebäude auf einen Schlag für Menschen zu erschließen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Dass aus den Plänen nun nichts wird, darüber ist Museumsleiterin Beate Bickel enttäuscht. „Wir hatten schon angefangen, von den neuen Möglichkeiten zu träumen.“ Eine barrierefreie Anbindung von Museum und Zehntscheune, die ebenfalls vom Regionalmuseum für Ausstellungen, von mehreren Vereinen und dem Schutzhof Calden genutzt wird, hält sie für wichtig. „Wir hätten vielleicht die Tourist-Info vom Rathaus ins Museum holen können“, so Bickel.

Der Wolfhager Magistrat sei erst vor kurzem über den Verzicht auf den Pavillon informiert worden, sagt Kühlborn. Die Stadt müsse nun entscheiden, wie sie mit der Situation umgeht. Möglicherweise lohne es sich seitens der Kommune darüber nachzudenken, ob sie als Hauptträgerin des Museums über das Programm „Aktive Kernbereiche“ einen Förderantrag beim Land stellen will.

Magistrat ist gefragt

Ingo Ziesing vom städtischen Bauamt reagiert auf die Anregung skeptisch. Im März seien die letzten Anträge für Projekte beim Land Hessen abgegeben worden. Insofern komme die Nachricht etwas spät. Zudem gebe es offene Punkte. Erstens habe sich der Magistrat mit der Thematik noch nicht befasst, zweitens sei unklar, ob das Vorhaben überhaupt förderfähig sei. Für die Neugestaltung des angrenzenden Burggartens seien 30 000 Euro im Haushalt eingestellt, sagte Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos). Noch in diesem Jahr solle eine Planung erstellt werden. Dabei könne man sich dann auch mit der Frage des barrierefreien Zugangs zum Museum befassen.

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