Treffen geben Aufschluss über wildbiologische und jagdkundliche Zusammenhänge

Hegeschau des Kreisjagdvereins Wolfhagen: Plädoyer für Hirsch und Co.

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Imposantes Geweih: Rotwildbeauftragter Arnold Weiß (rechts) erläutert Herbert Hofmann, Michael Heyer und Anton Günst die mit Silber bewertete Rotwildtrophäe. 

Wolfhagen. Eine Trophäe bei der Hegeschau des Kreisjagdvereins Wolfhagen fiel sofort ins Auge: das mächtige Geweih, ein Kronen-Zwölfer, eines vermutlich nicht ganz zehn Jahre alten Rothirschs.

Das wurde nach den Kriterien des Internationalen Jagdrates (CIC) mit 190 Punkten und damit mit Silber bewertet. 

Ausschlaggebend für die Bewertung sind der obere und untere Stangenumfang, die Stangen-, Mittelsprossen- und Augensprossenlänge und das Gewicht. Der kapitale Kronenhirsch wurde jedoch nicht von einem Jäger, sondern auf der Straße zwischen Naumburg und Netze als Fallwild von einem Auto erlegt. Da hatte Jäger Stefan Gehrmann mehr Jagdglück. Er brachte am 4. Februar 2016 in der Gemarkung Oberlistingen den an Gewicht stärksten Keiler zur Strecke. Der fünfjährige Schwarzkittel mit einem imposanten Gewaff, so werden in der Jägersprache die Eckzähne genannt, brachte ausgenommen 107 Kilogramm auf die Waage.

Kein Trophäenkult

Mit der alljährlich einmal stattfindenden Hegeschau des Kreisjagdvereins Wolfhagen betreiben die Jäger aber nicht, wie ihnen oft unterstellt wird, einen Trophäenkult. Vorsitzender Wolfgang Kommallein: „Vielmehr geben unsere Hegeschauen, die als Lehrschauen konzipiert sind, Aufschluss über wildbiologische, jagdkundliche und vegetationsbezogene Zusammenhänge in den Revieren der fünf Hegebezirke.“

Im Mittelpunkt der Hegeschau stand ein Referat von Arnold Weiß (Breuna), Vorsitzender der Rotwildgemeinschaft Wattenberg-Weidelsburg, zur Situation des „Königs des Waldes“ in der hiesigen Region. Denn aus vielen Richtungen weht den Jägern Gegenwind ins Gesicht mit der Forderung, den Lebensraum des Rotwildes epochal zu beschneiden oder es gar zu eliminieren. Arnold Weiß: „Das Rotwildgebiet Wattenberg-Weidelsburg ist das kleinste Gebiet in Hessen mit einem relativ kleinen Bestand. Gerade bei einer solch kleinen Population ist ein Genpool vonnöten, der einen stabilen und gesunden Bestand auch dauerhaft erlaubt.“

Weiß machte aber auch keinen Hehl daraus, dass die Wildbestände zu einem Konflikt der unterschiedlichen Interessengruppen führen, „der eine gewisse Ambiguitätstoleranz aller Beteilgten fordert.“ In einer detaillierten Auflistung in Buchform versuchen Arnold Weiß und seine Mitstreiter, den unterschiedlichen Interessen Rechnung zu tragen, alle Belange zu beleuchten und damit eine möglichst hohe Überschneidung zu erreichen.

Arnold Weiß betonte, dass ein gesunder Wildbestand eines gesunden Waldes bedarf und zu einem gesunden Wald ein gesunder Wildbestand gehört.

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