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Lebenslust und Leichtigkeit lassen Gäste in Wolfhagen johlen

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Von: Sascha Hoffmann

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Nach ihrer Kulturzeltpremiere in 2019 auch diesmal wieder einer der Höhepunkte der Saison: Stefan Dettl und seine Kombo LaBrassBanda.
Nach ihrer Kulturzeltpremiere in 2019 auch diesmal wieder einer der Höhepunkte der Saison: Stefan Dettl und seine Kombo LaBrassBanda. © Sascha Hoffmann

Heiß, heißer, LaBrassBanda. Du meine Güte, was bitte war das? Wer vergangene Woche bei Naturally 7 der Meinung war, die Stimmung im Kulturzelt sei nicht mehr zu toppen, der hat ganz klar ohne die Herren vom Chiemsee gerechnet.

Wolfhagen - Die wollen es wissen am Donnerstagabend in den Teichwiesen, wo von Sekunde eins an der Bandname Programm ist. Mit viel Gebläse und einer wilden Bande bayerischer Lederhosenjungs ist die Stimmung im Nu am Kochen, woran sich in den darauffolgenden zweieinhalb Stunden nichts ändern soll. Ganz im Gegenteil.

Gefühlt legen LaBrassBanda mit Leadsänger und Trompeter Stefan Dettl von Song zu Song an Tempo zu, sodass man sich im gefühlt zur Sauna gewordenen Kulturzelt schnell nach einer Sauerstoffdusche sehnt und sich eines selbst verspricht: Sofort am nächsten Tag ins Fitnessstudio zu gehen, um beim nächsten Mal wieder mit all den dauertanzenden, ekstatisch hüpfenden Menschen mithalten zu können, die in der zweieinhalbjährigen Corona-Konzert-Zwangspause offensichtlich mehr an ihrer Fitness gearbeitet haben als man selbst.

Doch aufgeben zählt nicht, und so hechelt man sich tapfer durch Songs wie „Autobahn“ oder „Ujemama“, um irgendwie in seinen Vor-Corona-Groove zurückzufinden. Der ist schneller zurück als gedacht, wie auch der lang vergessene Mix aus Lebenslust und Leichtigkeit, der einen den Alltag so herrlich vergessen lässt und den Körper zu ungeahnter Leistung befähigt, während Schweißtropfen mit den gen tobender Menge geblasenen Beats durchs Zelt fliegen, von dessen Dach Kondenswasser als Resultat der heißen Sause gen Boden tropft. Dettl und Co. katapultieren sich zusammen mit ihren Fans in einen berauschenden Livemusik-Himmel, in dem es sich so herrlich „danzn“ lässt.

Die Basis des gleichnamigen Titels bilden Seventies-Soul und -Disco, nur die Spiegelkugel fehlt. Dass der Song nicht aus Brooklyn kommt, ist nur an den bayerischen Texten zu erkennen, die man gar nicht mal verstehen muss, um ohne Wenn und Aber in den Discomodus zu schalten. Stilistisch sind die Musiker experimentierfreudig, lupenreiner Reggae mischt sich da mit reichlich anderen Einflüssen aus der ganzen Welt, von Portugal, Frankreich und dem Balkan ebenso wie aus Tasmanien und Thailand.

Und weil all das zusammen einen besonders „scheenen Dog“ ergibt, verlängern Stefan Dettl (Gesang, Trompete), Manuel Winbeck (Posaune), Manuel Da Coll (Schlagzeug), Fabian Jungreithmayr (Bass), Stefan Huber (Tuba), Jörg Hartl (Trompete) und Korbinian Weber (Trompete) ihr Programm kurzerhand um 40 schweißtreibende Minuten.

Mit ihrem Funky Brass kitzeln sie auch den letzten Funken Energie aus dem johlenden Publikum heraus, das sich am Ende in einem einzigen Rausch und völlig verschwitzt in den Armen liegt. So sind sie eben, die Abende mit den Jungs vom Chiemsee: Heiß, heißer, LaBrassBanda.

Von Sascha Hoffmann

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