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Herausforderung durch steigende Schülerzahlen im Landkreis Kassel

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Von: Bea Ricken

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Die Schulen in Stadt und Landkreis Kassel platzen derzeit aus allen Nähten, was die Zahl ihrer Schüler betrifft. Das hängt vor allem mit dem Zulauf von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine zusammen, die derzeit fast täglich an den Schultüren stehen.

Laut dem Kasseler Schulamt werden derzeit in Stadt und Kreis 1081 ukrainische Kinder unterrichtet. Acht ukrainische Lehrer seien bislang eingestellt worden.

Eine Situation, die die Schulen vor große Herausforderungen stellt, vor allem was Räumlichkeiten und Personal angeht. In einigen Einrichtungen gibt es bereits einen Aufnahmestopp bis zu den Sommerferien. Zum Beispiel an der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal. „Wir haben das Maximum an Schülern pro Klasse erreicht“, so Schulleiter Karsten Engel. Es gebe zwei Intensivklassen, die derzeit in den Musikräumen von zwei Lehrern unterrichtet würden. Mehr Platz und Personal habe man einfach nicht und müsse deshalb an umliegende Schulen verweisen.

In die Wolfhager Walter-Lübcke-Schule gehen derzeit fast 80 Ukrainer. Jüngst seien auch noch einige afghanische Kinder zugewiesen worden, so Schulleiter Ludger Brinkmann. Inzwischen gibt es in Wolfhagen vier Intensivklassen, die voll belegt sind. Hier herrscht auch immer wieder Fluktuation, weil Familien umziehen oder sogar zurück in die Ukraine gingen. „Aber das minimiert die Schülerzahl nicht. In dieser Woche sind drei gegangen und dafür vier neue Schüler aufgenommen worden“, so Brinkmann. Auch Wolfhagen müsse aus Platz- und Personalmangel demnächst an andere Schulen verweisen.

„An andere Einrichtungen zu verweisen ist in der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen schwierig, da die nächste Schule zu weit weg ist“, so Schulleiter Driton Mazrekaj. „Bei uns ist kein Tag vergangen, an dem nicht ein neuer Schüler angemeldet wurde.“ Die beiden vorhandenen Intensivklassen seien voll. Eigentlich müsste die Schule eine dritte Intensivklasse eröffnen. „Aber wo sollen wir Räume und Personal hernehmen“, fragt sich Mazrekaj. Es bleibe schwierig.

Aktuell werden in Stadt und Landkreis 1081 ukrainische Schüler unterrichtet. 170 an den Grundschulen in der Stadt und 238 im Kreis. In die Gesamtschulen, die Mittelstufe und die Realschulen der Stadt Kassel gehen 189 Geflüchtete. Die Gesamtschulen im Kreis unterrichten 309 Schüler. 75 Ukrainer besuchen die Gymnasien in Stadt und Kreis, 99 die Berufliche Schulen, und ein Schüler wurde an eine Förderschule verwiesen. (Bea Ricken)

Für die Schulen ist es eine Herausforderung, die zunehmende Zahl der Schüler zu stemmen.
Schulleiter in Wolfhagen © Sebastian Gollnow/dpa

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