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HFS GmbH will Ende Mai in Gasterfeld die Produktion von Masken hochfahren

Ende Mai soll die Produktion so richtig hochfahren: Darauf setzen Olaf Ullrich, Geschäftsführer der Health & Foundry Solutions GmbH - kurz HFS, und Mitarbeiterin Nadine Schütz, die im Betrieb zuständig ist für Marketing, Finanzen den Vertrieb.
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Ende Mai soll die Produktion so richtig hochfahren: Darauf setzen Olaf Ullrich, Geschäftsführer der Health & Foundry Solutions GmbH - kurz HFS, und Mitarbeiterin Nadine Schütz, die im Betrieb zuständig ist für Marketing, Finanzen den Vertrieb.

Health & Foundry Solutions (HFS) in Gasterfeld will täglich 120.000 Masken produzieren.

Gasterfeld – Von Anfang an ging es Olaf Ullrich um den Aufbau einer Produktionsstätte von Atemschutzmasken in Wolfhagen, die unabhängig ist vom asiatischen Markt. Er wollte heimische Materialien auf heimischen Maschinen verarbeiten. Als Partner für seine Idee hatte er noch vor einem Jahr geglaubt, mit SQ Deutschland, einem Tochterunternehmen der chinesischen Shengquan Group (SQ), fündig geworden zu sein.

Heute weiß er es besser. Ullrich hat sich von SQ gelöst und sein eigenes Unternehmen, die Health & Foundry Solutions GmbH – kurz HFS, mit Produktionsstandort in Gasterfeld gegründet.

Während SQ vor allem chinesische Produkte vermarktet, baut Ullrich in der Pommernanlage seit Januar mit seinem noch kleinen Team eine eigene Produktion und ein Labor auf. Im Juni soll der Umbau der früheren Sporthalle abgeschlossen sein. Eine besondere Herausforderung für das junge Unternehmen ist die Zertifizierung der Masken. Bislang erfüllen die in Gasterfeld gefertigten FFP2-Masken die Kriterien einer Pandemie-Maske. Das sei schon gut, sagt Ullrich. Der Niester setzt höhere Maßstäbe. Nicht nur Staub und Partikel sollen gefiltert werden, ihm ist zudem der zuverlässige Schutz vor Viren wichtig.

„Wir rechnen für Ende Mai mit einer Zertifizierung durch die Dekra.“ Dann würde HFS zu den wenigen Herstellern in Deutschland zählen, deren Produkt den strengen Kriterien der deutschen Prüfgesellschaft standhält. Die Dekra interessiert sich nicht nur für das Endprodukt, sie bewertet auch die Qualität der Rohstoffe und prüft die Art der Produktion.

Im Labor werden mittels Digitalmikroskop Materialien getestet. Matthias Büscher und Melanie Mander betrachten am Bildschirm die 2000-fach vergrößerte Aufnahme eines Filtervlies mit enthaltenen Tröpfchen.

Sobald das Gütesiegel vorliegt, soll die Fertigung hochgefahren werden. Ein deutscher Maschinenbauer, der auch als stiller Investor die HFS unterstützt, hat eine der beiden Produktionsanlagen finanziert. „Er hat wohl das Potenzial in der Geschäftsidee gesehen“, sagt Olaf Ullrich. In drei Schichten werden dann pro Tag 120.000 Masken hergestellt. Mit ihnen soll der nordhessische Markt bedient werden. Neben einem Online-Handel, einem Bezug über die Homepage, die in Kürze freigeschaltet wird, soll es von Montag bis Freitag (13 bis 17 Uhr) auch einen Werksverkauf geben.

Neben der Masken-Produktion konzentriert sich das Unternehmen auf den Handel mit persönlicher und medizinischer Schutzausrüstung. Es vertreibt Nasen- und Spucktests, Antikörper-Tests und andere Masken, wenn diese von der Dekra zertifiziert sind und den hohen Qualitätsansprüchen genügen. Dabei überlässt Ullrich nichts dem Zufall. Im eigenen Labor werden Masken anderer Hersteller geprüft. Die Mitarbeiter dort untersuchen unterm Digitalmikroskop und bei 2000-facher Vergrößerung diverse Materialen und Vliese. „Bei einigen Masken aus Asien ist uns angst und bange geworden“, sagt der HFS-Geschäftsführer. Als er die Ergebnisse weitergegeben habe, seien plötzlich die Behörden aktiv geworden.

Ullrich, der eine Techniker-Ausbildung hat und sich in der Rolle des Problemlösers wohlfühlt, ist davon überzeugt, dass der Schutz vor Viren, wie er seit Beginn der Coronakrise vor über einem Jahr zum Alltag gehört, auch künftig unser Leben begleiten wird. Masken würden auch dann noch ein Thema sein, wenn viele Menschen gegen Covid-19 geimpft seien. Zum einen gebe es Menschen, die eine Impfung ablehnen, zum anderen sei es nicht unwahrscheinlich, dass mit dem Auftreten von Mutationen neue Vakzine entwickelt werden müssen – bei der Grippe sei es nicht anders. Ihm sei wichtig, eine Maske anzubieten, die zuverlässig schütze und bei der der Atemwiderstand (Filtration) und die Durchlässigkeit beim Ausatmen gut aufeinander abgestimmt seien. Noch weitere Eigenschaften sind für ihn von Belang: Das Produkt muss gut zu tragen sein, es soll optischen, vielleicht sogar modischen Ansprüchen genügen und darf nicht unangenehm riechen. Auch das Bedrucken der Maske und deren farbliche Gestaltung könne für Kunden interessant sein. Ferner will er Masken in zwei Größen herstellen.

Olaf Ullrich packt das Thema nachhaltig an und beschäftigt sich mit der Frage der Entsorgung. „Was machen wir denn mit dem Maskenmüll?“ Mit der Lösung für das Problem steht der Unternehmer, der zunächst bis zu 25 Arbeitsplätze in der Pommernanlage schaffen will, bereits in Kontakt mit der Politik. (Antje Thon)

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