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Hilfe für Afghanistan aus dem Altkreis Wolfhagen

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Hilfsgüter werden an die hungernde Bevölkerung in Afghanistan verteilt.
Hilfe aus dem Wolfhager Land: Über 30 000 Euro wurden für Afghanistan gespendet. Unser Bild zeigt die Verteilung von Hilfspaketen an die Bevölkerung. © privat

„Die afghanische Bevölkerung leidet seit dem Machtwechsel durch die Taliban an Hunger, Kälte und wirtschaftlicher Not“, sagt Ahmadullah Khalid von der Sufi-Gemeinde in Altenhasungen und Vorsitzender des Vereins „Sufipfad der Liebe“.

Altenhasungen - Ahmadullah Khalid wurde in Afghanistan geboren und flüchtete mit seinen Eltern und Geschwistern im Jahr 1984 vor den russischen Besatzern nach Deutschland. Seit einigen Jahren lebt er mit seiner Familie und Verwandten in der Sufi-Gemeinde in Altenhasungen. Noch bis letztes Jahr im Sommer konnten sie ihr Heimatland besuchen. Das ist jedoch im Moment nicht möglich, zumindest nicht direkt aus Deutschland. Die Familie hat aber noch gute Kontakte zu den Menschen in Afghanistan, und sie weiß um die Not der Bevölkerung.

„Viele Menschen sind arbeitslos oder werden für ihre Arbeit nicht bezahlt“, erklärt Ahmadullah Khalid. Grund sei das Embargo der USA, die die Staatsmittel eingefroren hätten. Dadurch gäbe es keinen internationalen Handel, und die Banken seien geschlossen. Es herrsche große Arbeitslosigkeit und die Teuerungsrate sei hoch.

Etwa 40 Millionen Menschen hungern und frieren, da die Winter sehr kalt seien. „Es war für uns selbstverständlich, dass wir den Menschen in Afghanistan irgendwie helfen müssen“, sagt Ahmadullah Khalid und leitete eine große Spendenaktion ein. Um die erste große Not zu lindern, wurde Geld gesammelt und im Oktober/November 2021 etwa 11 000 Euro an Vertrauensleute in Afghanistan geschickt. Von diesem Geld wurden Grundnahrungsmittel wie Reis, Mehl, Öl, Zucker und Tee gekauft und in Paketen im Wert von 40 Euro an etwa 300 Familien in den Städten Kabul und Dschalalabad verteilt. Bei der zweiten Aktion im Januar/Februar 2022 kamen sogar 20 000 Euro zusammen. Außer Nahrungsmitteln wurden diesmal auch Medikamente, besonders für Familien mit krebskranken Kindern, gekauft und auch die Menschen in der östlichen Provinz Laghman versorgt. „Für unsere Spendenaktion entstehen keine Kosten, alles wird von ehrenamtlichen Helfern geleistet“, sagt Ahmadullah Khalid. Für die Organisation vor Ort war sein Cousin Emal Barekzai zuständig, der gut in Afghanistan vernetzt ist. Nahrungsmittel und Sachspenden in Deutschland zu besorgen, wäre zwar günstiger, doch die Containerkosten wären enorm hoch gewesen, sodass sie sich entschieden hätten, die Geldspenden nach Afghanistan zu schicken, meint der Vorsitzende der Sufi-Gemeinde.

Wie sich die Lage in Afghanistan entwickelt, sei abzuwarten, meint Ahmadullah Khalid. Er ist vorsichtig optimistisch. Seiner Meinung nach ist die jetzige Taliban-Regierung friedlicher eingestellt als die frühere. So habe sie nach dem Machtwechsel eine Generalamnestie erlassen und sei bedacht, dass Ruhe und Ordnung herrsche. Und Khalids Schwester, Wida Erhon, hat von ihrer Tante, einer Lehrerin in Afghanistan, erfahren, dass Bildung und Arbeit für Frauen immerhin möglich seien, wenn sie nach Geschlechtertrennung erfolge. (Ursula Neubauer)

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