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Bodo Wartke überzeugt mit Band und neuem Programm im Kulturzelt

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Von: Ursula Neubauer

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Bodo Wartke (2. von links) mit René Bosem (Bass, von links), Franky Fuzz (Gitarre) und Robert Memmler (Schlagzeug).
Wortgewandt und musikalisch: Bodo Wartke (2. von links) mit René Bosem (Bass, von links), Franky Fuzz (Gitarre) und Robert Memmler (Schlagzeug) im Kulturzelt Wolfhagen. © Ursula Neubauer

Kabarettist Bodo Wartke kam neben seinem Klavier auch noch mit drei Musikern, alle in bunten Hemden und Anzügen, samt dem neuen Programm „In guter Begleitung“ im gut besetzten Kulturzelt am Freitag auf die Bühne.

Wolfhagen - Die Musiker René Bosem (Bassgitarre), Franky Fuzz (Gitarre) und Robert Memmler (Schlagzeug) der SchönenGutenA-Band erfüllten das große Zelt nicht nur mit ihrer Musik, sondern sorgten auch zwischendurch für kurzweiliges Geplänkel mit Bodo Wartke. Das eigens fürs Band-Arrangement gesetzte Repertoire präsentierte neben Songs aus früheren Programmen auch Textexperimente aus der Band-Werkstatt.

In einem der ersten Lieder „Wir sind dagegen, gegen den Regen“ ging es vordergründig um Naturkatastrophen, doch letztendlich übte der Klavierkabarettist scharfe Kritik an der Umweltpolitik. Überhaupt durften sich die Zuschauer von den eingängigen, schmeichelnden Melodien nicht einlullen lassen. Hinter fast jedem Lied stand eine harsche Kritik an bestehenden Verhältnissen und an den dafür Verantwortlichen. Trocken, humorvoll, unterhaltsam und in Reimform platzierte Bodo Wartke aktuelle und unbequeme Botschaften. So konnte keiner der Zuschauer ahnen, als der 45-Jährige bei dem Song „Die Heiligen Schriften 2.0“ nicht nur ein Upgraden des Textes vornehmen wollte, sondern den fanatischen motivierten Missbrauch der heiligen Texte anprangerte. So etwas berührte und rüttelte auch das Publikum im Kulturzelt auf.

Ein weiteres Beispiel ihrer Arbeit in der Lieder-Werkstatt war der Song zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes in 2019, in dem sich die vier Musiker ihre Gedanken zu den ersten fünf Artikeln machen. Dann wiederum zeigte der Kabarettist seinen Sinn für Humor, als er kurz vor der Pause mit dem Lied „Manchmal ist es schön, ein Mann zu sein“ auf die langen Warteschlangen vor der Damentoilette anspielte.

Wenn es in seinen Liedern nicht um politische und soziale Themen ging, dann stand die Liebe im Mittelpunkt. So ist Wartke zwar in einem Song „kompromissbereit bei einer Frau“, sie jedoch nicht und serviert ihn ab. Noch trauriger wird es in „Meine neue Freundin“, denn sie ist die Tochter eines Schönheitschirurgen und er erkennt seine Angebetete bald nicht mehr wieder. Dafür gab es eine exzellente Rock ‘n Roll Einlage am Klavier, als der Künstler aufs Klavier einhämmerte und bedrohlich mit Beinen und Füßen zu zucken begann. Zur Überraschung des Publikums machten Wartke und seine Band einen Abstecher in die Klassik und ließen Schlagzeuger Robert Memmler eine neu arrangierte Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ vortragen.

Richtig in Hochform kam der Kabarettist jedoch erst bei seinen „benutzerdefinierten Liebesliedern“, ob es sich nun um „Ja, Schatz!“ oder „Monica“ oder um „Judith“ handelte. Wie gut die Musiker das Publikum im Griff hatten, zeigte sich, als das Lied „Judith“ zum Beatles Song „Hey Jude“ umfunktioniert wurde. Die Zuschauer präsentierten sich so sangesfreudig, dass Bodo und die Band währenddessen eine Pause einlegen und sich entspannen konnten.

In seinem bekanntesten Lied „Andrea“ entwickelte der Kabarettist inzwischen Strophen zu über 1000 Namen. Benita, Susi, Ramona und Gabi aus dem Publikum durften sich an diesem Abend über je eine eigens für sie verfasste Strophe freuen. Und zwei Frauen bekamen sogar wegen ihrer ungewöhnlichen Vornamen eine CD geschenkt. Das Publikum raste und bedankte sich nach fast drei Stunden Programm, einschließlich einiger Zugaben, mit Standing-Ovations für Bodo Wartkes hintersinnigen Humor gepaart mit feinfühligem Wortwitz in Liedform und die musikalische Unterstützung durch die SchönenGutenA-Band. (Ursula Neubauer)

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