Historische Burg ist marode und soll saniert werden

Wolfhager Jugendamt zieht in Container

Ein Container wird von einem Kran hochgezogen, daneben stehen zwei Herren in Warnwesten.
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46 Container wurden am Parkplatz hinter dem Wolfhager Verwaltungsgebäude Ritterstraße 1 aufgestellt. In den nächsten Tagen beginnt der Innenausbau.

Ein Mammutprojekt planen Stadt Wolfhagen und Landkreis Kassel mit der Sanierung der historischen Burg und der Zehntscheune.

Wolfhagen – Schon lange vor dem voraussichtlichen Baubeginn Ende kommenden Jahres verlassen Mitte Dezember die Mitarbeiter des kreiseigenen Jugendamtes ihre Büros in der Burg.

Sie ziehen in 46 Container um, die am Dienstag, 24. November, auf dem Parkplatz der Landkreisbehörde oberhalb der Teichwiesen aufgestellt wurden. Dort sind laut Landkreissprecher Harald Kühlborn Arbeitsplätze für 13 Mitarbeiter vorgesehen.

7 Millionen Euro soll die Sanierung kosten

Hintergrund des frühzeitigen Auszuges sei der desolate Zustand der historischen Burg, deren Räumlichkeiten man aus Arbeitsschutzgründen den Mitarbeitern nicht mehr habe zumuten können. Angesichts der bevorstehenden Sanierung mache es auch keinen Sinn, noch Geld in das Gebäude zu investieren, erklärt Kühlborn.

Für rund 7,2 Millionen Euro sollen Burg und Zehntscheune saniert werden. Es wird mit hohen Zuschüssen des Landes Hessen von 90 Prozent für die Burg und rund 70 Prozent für die Zehntscheune gerechnet.

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Michael Joost von der Stadt Wolfhagen wird die konkrete Summe erst nach einer, wegen der Größe des Projektes, europaweiten Ausschreibung vorliegen. Diese läuft derzeit.

Gebäude sind wahrscheinlich nicht vor 2023 fertiggestellt

Nach den Umbauarbeiten ist in der Burg ein Kindergarten mit bis zu fünf Gruppen geplant. Die benachbarte Zehntscheune wird teilsaniert und zu einem dreigeschossigen Bürogebäude für die Kreisverwaltung ausgebaut. Hier sollen künftig 30 Mitarbeiter arbeiten. Joost rechnet nicht vor Anfang 2023 mit einer Fertigstellung der beiden Gebäude.

Eine lange Zeit, die die Landkreis-Mitarbeiter jedoch in modernen Räumlichkeiten verbringen können. „Die wohnlichen Container werden am Ende wie ein einzelnes Gebäude aussehen“, erklärt Landkreismitarbeiter Michael Löw, der den Aufbau am Dienstag begleitete.

Es gebe neben den Büros auch eine Küche, Toiletten sowie Aufenthalts- und Besprechungsräume auf zwei Stockwerken, die mit Fluren und einer Treppe miteinander verbunden seien.

Kreis kann vom Land keine Zuschüsse erhalten, aber die Stadt

Der Landkreis als Eigentümer der Gebäude und die Stadt Wolfhagen haben sich auf ein Nutzungskonzept geeinigt: Der Kreis kann, im Gegensatz zur Stadt, vom Land keine Zuschüsse erhalten. Deshalb schließt der Kreis mit der Stadt für jedes Gebäude einen separaten Erbbaurechtsvertrag über eine Laufzeit von 66 Jahren ab.

Für diese Dauer kann die Stadt die Immobilien nutzen, in sie investieren und Fördermittel beantragen. Der Kreis wird Mieter der Zehntscheune. (Bea Ricken)

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