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Hoffnung auf ein besseres Leben im Wolfhager Land

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Von: Jacob von Sass

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Viel los am Wolfhager Bahnhof: Sowohl die Line 4 der Kasseler Tram als auch die RB 4 der Kurhessenbahn fahren hier in Richtung Kassel. In der anderen Fahrtrichtung geht es nach Korbach.
Viel los am Wolfhager Bahnhof: Sowohl die Line 4 der Kasseler Tram als auch die RB 4 der Kurhessenbahn fahren hier in Richtung Kassel. In der anderen Fahrtrichtung geht es nach Korbach. © jakob von sass

Der Wolfhager Bahnhof wurde im September vor 125 Jahren eröffnet.

Wolfhagen – Im September 1897 rollten die ersten Züge durch Wolfhagen und damit wurde auch der Bahnhof der Stadt eröffnet. Das ist mittlerweile genau 125 Jahre her. Dirk Lindemann und Richard Mangold vom Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen haben über die Jahre einiges zur Geschichte des Bahnhofs zusammengetragen und niedergeschrieben.

So lässt sich aus einem Artikel des Casseler Tageblatts und Anzeigers vom 4. September 1897 entnehmen, dass der erste Zug aus Kassel bei seiner feierlichen Eröffnungsfahrt von jubelnden Wolfhagern an ihrem neuen Bahnhof empfangen worden war. So wäre durch den Bau des Bahnhofs für viele Einwohner die Hoffnung auf eine verbesserte eigene Lebenssituation in Wolfhagen aufgeflammt. Aber auch die Förderung des Gemeinwohls der Stadt und seiner Bürger sei für viele ein wichtiger Punkt bei der Eröffnung gewesen, heißt es dort weiter.

Die Freude der Wolfhager über ihren neuen Bahnhof ging sogar so weit, dass sie einen Teil der Schützeberger Straße in Bahnhofsstraße umbenannten und auch das Gasthaus zum Chattenturm kurzerhand Bahnhofswirtschaft nannten. All diese Informationen lassen sich auch in Lindemanns Buch „Wolfhager Geschichten, 2. Teil, Durch Krieg und gute Jahre“ entnehmen. Hier schreibt er außerdem, dass seit der Eröffnung des Bahnhofs auf allen Postkarten, Geschäftspapieren, Briefköpfen und Werbeprospekten sowohl mit einem Bild als auch mit einem schriftlichen Text auf den Bahnhof hingewiesen worden ist.

Auch brachte die Eröffnung des Bahnhof einen neuen Job in der Stadt, der des Bahnhofsvorstehers. Dieser war laut Lindemann von großem gesellschaftlichen Ansehen und stand auf der gleichen Stufe mit Ärzten, Apothekern und Lehrern. Zusätzlich bekam der Bahnhofsvorsteher Zugang zu den bürgerlichen Vereinen Wolfhagens. Der erste Bahnhofsvorsteher hieß Heinrich Iserlohn, auf den dann 1939 Hugo Hartmann folgte. Als die Deutsche Bahn im Jahr 1994 privatisiert wurde, fiel auch das Amt des Vorstehers weg, sowie die Arbeitsplätze der Belegschaft.

Auch heute erinnern zwei Gedenktafeln an die Geschichte und Entstehung des Wolfhager Bahnhofs. Diese wurden anlässlich des 100. Geburtstags vor 25 Jahren und im Rahmen des Tages des Denkmals vom damaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins, Horst Petri, enthüllt. Eine wurde an der Bahnhofsvorderseite angebracht, die andere auf der Seite der Bahnsteige. (Jakob von Sass)

Ein Bild des 1897 in Betrieb genommenen Bahnhofs Wolfhagen: Hier eine Postkarte der Station, die unter anderem Gäste locken sollte.
Ein Bild des 1897 in Betrieb genommenen Bahnhofs Wolfhagen: Hier eine Postkarte der Station, die unter anderem Gäste locken sollte. ©  Foto: privat

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