Viele Kunden beschweren sich

Wolfhager Land: Hohe Spritpreise sorgen für Diskussionen an Tankstellen

Die Spritpreise steigen bundesweit immer weiter: Auch im Wolfhager Land führt dies zu Diskussionen an den Tankstellen. Im Bild Viktoria Becker, Kundin der BFT-Tankstelle in Wolfhagen. Sie tankt ihr Auto.
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Die Spritpreise steigen bundesweit immer weiter: Auch im Wolfhager Land führt dies zu Diskussionen an den Tankstellen. Im Bild Viktoria Becker, Kundin der BFT-Tankstelle in Wolfhagen.

Die Spritpreise explodieren - Diesel ist laut ADAC in Deutschland auf einem Rekordhoch. Im Wolfhager Land kratzt Diesel knapp an der Marke von 1,60 Euro pro Liter.

Wolfhager Land – Die Tankstellenbetreiber haben derzeit viele Diskussionen mit aufgebrachten Kunden. „Die Kunden beschweren sich alle, aber wir können ja nichts dafür“, sagt Christina Wiesner von der Star-Tankstelle in Zierenberg. Zurückhaltung beim Tanken kann sie nicht feststellen, „die Leute müssen sich ja fortbewegen, um beispielsweise zur Arbeit zu kommen“. In Grenzgebieten würden manche im Nachbarland tanken. Aber das sei ja für die Menschen in der Region keine Option. Wiesner rechnet mit einem weiteren Anstieg des Spritpreises in den kommenden Wochen.

Ähnlich viel Erklärungsbedarf hat auch die Mitarbeiterin der BFT-Tankstelle in Dörnberg. Viele schimpften angesichts der Preise. Am gestrigen Montag hatte sie unerwartet einen glücklichen Tankkunden: Der habe gesagt, er hätte sich nicht vorstellen können, dass er sich einmal über 1,66 Euro für einen Liter Normalbenzin freuen würde.

Kreis Kassel: Spritpreise steigen rasant an – Aufgebrachte Kunden in Tankstellen

„Es ist eine sehr unangenehme und schnelle Entwicklung bei den Spritpreisen derzeit“, sagt Tanja Roppel von der BFT-Tankstelle in Wolfhagen. Allerdings hätten viele keine Wahl, da Elektrofahrzeuge sehr viel Geld kosten würden. Auch sie rechnet damit, dass der Dieselpreis in einem Jahr auf zwei Euro steigen könnte. Sie sei sehr unzufrieden mit der Klimapolitik der Bundesregierung, sagt Roppel. Aus ihrer Sicht müsse bei aller Liebe für den Klimaschutz das Fahren bezahlbar bleiben.

„Die Preise sind vergleichbar mit denen in Litauen“, bemerkt Tankstellen-Kunde Owidijus Tervainis. Klaus Kowalke regt sich ebenfalls über die aktuelle Entwicklung auf. Es gebe noch genug Erdölvorkommen, und er könne diese Preiserhöhungen nicht nachvollziehen. Das Elektro-Auto sei nur vorteilhaft, wenn man einen Wohnsitz in der Stadt habe. „Wenn man viel reist oder auf dem Land wohnt, lohnt sich ein E-Fahrzeug nicht“, so Kowalke.

Kreis Kassel: Hohe Spritpreise sorgen für Unmut – „Unangenehme Entwicklung“

Unglaublich sei die aktuelle Situation, so Viktoria Becker. Sie habe am Tag einen Arbeitsweg von 80 Kilometern, und es tue weh, so viel Geld für Sprit im Monat einplanen zu müssen. Durch die Pandemie sei ohnehin alles teurer geworden. Sie könne sich einen Umstieg auf ein E-Auto vorstellen, aber frühestens in fünf Jahren.

Dabei unterstützt Viktoria Becker den Umwelt-Aspekt. Allerdings dürfe sich das nicht so extrem auf die Spritpreise auswirken.

Andrea Appel, Kundin der Wolfhager Esso-Tankstelle, findet es wichtig, wenn in umweltfreundliche Alternativen investiert wird. Sie betont jedoch auch, dass die Preiserhöhungen vorwiegend die Einkommensschwächeren treffen würden. Dies sei natürlich ein großer Nachteil der Klimapolitik. Dennoch sei klar, dass es so nicht weitergehen könne, betont Appel. Wenn jemand die Chance habe, eine umweltfreundliche Alternative in Anspruch zu nehmen, wie beispielsweise das Fahrrad, dann solle er dies in dieser Zeit auch nutzen, meint Andrea Appel. (Bea Ricken Und Marvin Hinrichsen)

Auch in Fritzlar-Homberg sorgen die hohen Spritpreise für Ärger zwischen Kunden und Betreibern von Tankstellen.

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