Wolfhagen

Hohe Stufen, fehlende Geländer: Behindertenbeauftragter Wolfgang Hensel sieht kleine Versäumnisse

Treppe ohne Geländer: Menschen mit Gehbehinderungen fällt der Aufgang von der Ippinghäuser Straße hoch zur Hans-Staden-Straße in Wolfhagen (neben dem DRK-Gebäude) schwer. Ein Handlauf würde helfen.
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Treppe ohne Geländer: Menschen mit Gehbehinderungen fällt der Aufgang von der Ippinghäuser Straße hoch zur Hans-Staden-Straße in Wolfhagen (neben dem DRK-Gebäude) schwer. Ein Handlauf würde helfen.

Für Menschen mit Behinderungen wird in Wolfhagen einiges getan. Wirklich gravierende, also gefährliche Versäumnisse gäbe es in der Stadt und den Stadtteilen keine, sagt Wolfgang Hensel.

Wolfhagen - Hensel, der seit 14 Jahren in Wolfhagen als Behindertenbeauftragter tätig ist, hat einen Überblick über die baulichen Vorhaben, die zu einer Verbesserung der Situation für Menschen mit Beeinträchtigung geführt haben. Er weiß aber auch, wo im öffentlichen Raum noch Handlungsbedarf besteht. In seinen jährlichen Berichten setzt er während der letzten Parlamentssitzung die Stadtverordneten ins Bild.

Mit Abschluss der Bauarbeiten an der Wolfhager Straße in Viesebeck wurde am Dorfgemeinschaftshaus eine Bushaltestelle mit allen Merkmalen für Behinderte errichtet. Wie Hensel sagt, habe der Busstopp zunächst an der Wolfhager Straße entstehen sollen, der Ortsbeirat habe sich dann aber für den Platz am Hessenkrug entschieden. In Altenhasungen wurden Arbeiten am Dorfplatz vorgenommen. Im Bereich des Vorplatzes sei zwar ein Geländer, nicht aber die zugesagte Rampe installiert worden. Wurzeln von Bäumen hätten das Pflaster und die vorhandene Rampe zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) beschädigt. Der Eingangsbereich zum DGH sei so gestaltet worden, dass ihn behinderte Menschen nun gut passieren könnten. Mit Ausnahme von Nothfelden seien in allen Stadtteilen die Zugänge zu DGHs und öffentlichen Gebäuden barrierefrei.

In Niederelsungen fehlt aus Sicht Hensels hinter dem Haus des Gastes ein Behindertenparkplatz. Im Ort müssten an der Warburger Straße einige Bordsteine abgesenkt werden, auch fehle der von der Kirchengemeinde geplante behindertengerechte Zugang zur Kirche. Profitiert haben Menschen mit Behinderungen vom Ausbau der Molkereistraße in Bründersen. Positive Noten gab es von Wolfgang Hensel für die Hans-Staden-Straße in Wolfhagen, die sei nach ihrem Ausbau in Frühjahr und Sommer durchgehend behindertengerecht. Doch es gab auch Kritik: So sei die Treppe auf dem Kirchplatz bei der Alten Wache für Menschen mit Handicap nur schwer zu bewältigen. Die vielen Stufen, die noch dazu unterschiedliche Höhen und Tiefen hätten, seien nur schwer zu bewältigen. Ein Geländer würde die Situation entspannen.

Am Fußweg zwischen Ippinghäuser Straße und Hans-Staden-Straße habe die Verbindungstreppe hinter dem DRK-Gebäude kein Geländer, zudem seien die Treppenstufen unterschiedlich hoch. Auch hier würde ein Geländer helfen. An der Bedarfsampel an der Kurfürstenstraße fehle auf Höhe der Tankstelle nach wie vor ein akustisches Signal. Bereits vor einem Jahr hatte Hensel vorgeschlagen, Möglichkeiten zur Nachrüstung zu prüfen. Im Erlebnisbad bemängelt der Behindertenbeauftragte beim Behinderten-WC das Fehlen eines entsprechenden Waschtischs. Auch die Nachrüstung einer Wickelkommode sollte geprüft werden. Weil fahrende Autos in der Mittelstraße wegen parkender Fahrzeuge mitunter auf den Gehweg ausweichen müssten, sei dieser insbesondere vor dem Alten Rathaus uneben. Das Pflaster müsse wiederholt ausgebessert werden. „Diese Situation ist nicht zufriedenstellend“, sagt Hensel.

In Wolfhagen leben derzeit 2877 Menschen mit Beeinträchtigungen. Besonders für diesen Personenkreis sei die Wiedereröffnung des Krankenhauses im August von großer Bedeutung gewesen, ermögliche es doch gerade behinderten und älteren Menschen, ohne große Wege sofortige Hilfe zu finden. Neben seiner beratenden Funktion für die Stadt bei Bauvorhaben sei er für einige Menschen wichtiger Ansprechpartner. „Manchmal bin ich auch einfach nur Seelentröster“, sagt Wolfgang Hensel, der im Jahr 2020 um die 60 persönliche Kontakte zu Personen hatte, die seine Hilfe benötigten. Hinzu kämen noch allerhand Telefonate. ARVHIVFoto: Sascha Hoffmann/NH

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