Datenschutz

Doppelte Untersuchungen: Datenschutz verhindert Austausch zwischen Kliniken

Wer glaubt, die vier Krankenhäuser der Gesundheit Nordhessen in Wolfhagen, Bad Arolsen, Hofgeismar und Kassel seien untereinander vernetzt, der irrt.

So kommt es vor, dass Patienten, die im Wolfhager Krankenhaus behandelt und ans Klinikum Kassel weiterverwiesen werden, erneut Untersuchungen über sich ergehen lassen müssen.

Der behandelnde Arzt hat nicht die Möglichkeit, sich die Ergebnisse am Computer aufzurufen. „Wir können die Verwunderung nachvollziehen, aber leider ist der Austausch von personenbezogenen Daten zwischen den einzelnen Gesellschaften der Gesundheit Nordhessen aus Gründen des Datenschutzes nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig“, sagte Gisa Stämm, Sprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH).

Aus Sicht des Datenschutzes seien nämlich die jeweiligen Konzernunternehmen im Verhältnis zueinander grundsätzlich als sogenannte Dritte anzusehen – es gelten also die gleichen Vorgaben wie beim Datenaustausch mit externen Krankenhäusern oder Arztpraxen.

Austausch nur mit schriftlicher Einwilligung des Patienten

„Insofern sind die Patientendaten der einzelnen GNH-Kliniken nach Krankenhäusern getrennt im Krankenhausinformationssystem gespeichert“, so Stämm weiter. Voraussetzung zum Austausch personenbezogener Daten sei zum Beispiel eine Einwilligungserklärung des Patienten, die schriftlich erfolgt.

Bei der Datenübertragung, zum Beispiel mittels E-Mail gelte es zu beachten, dass E-Mails, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen.

„Grundsätzlich ist der Austausch von personenbezogenen Daten im Gesundheitswesen seit über zehn Jahren in Deutschland in der (politischen) Diskussion, ohne dass bisher eine Lösung gefunden wurde. Aus Sicht der Leistungserbringer wäre die dringend nötig, um effektives vernetztes Arbeiten zum Wohle des Patienten zu ermöglichen“, sagte Stämm.

Besonderheiten im Gesundheitswesen

Gesundheitsinformationen gehören zu den besonderen Arten personenbezogener Daten. Deshalb muss dem Datenschutz im Gesundheitswesen besonders hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es dürfen grundsätzlich nur Daten erhoben werden, die für die Behandlung notwendig sind.

Die Erhebung darüber hinausgehender Informationen und die Weitergabe an Dritte (auch Angehörige) ist weitgehend nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Die von Patienten erhaltenen Informationen unterliegen nicht nur dem Datenschutz, sondern auch der Verschwiegenheitspflicht der Behandelnden und Pfleger.

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