Gartenbesitzer sollen Futterstellen und Tränken für Vögel und Igel aufstellen

Igel und Vögel leiden unter Trockenheit und Nahrungsmangel

Eine Frau füttert mit einer Kanüle einen kleinen Igel
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Viele halb verhungerte Igel werden Susanne Weber in diesem Jahr gebracht.

Vögel, Kleintiere wie Igel und Insekten leiden derzeit bei den hohen Temperaturen und der Trockenheit. Hinzu kommt Futtermangel.

Wolfhager Land – Deshalb bittet der Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu) Garten- oder Balkonbesitzer Tränken aufzustellen. „Derzeit sind viele natürliche Wasserstellen wie Pfützen und Gräben ausgetrocknet. Damit die Hilfe auch tatsächlich bei den Tieren ankommt, gibt es einige wichtige Regeln zu beachten. Ansonsten können sich die Tiere leicht mit tödlichen Krankheitserregern infizieren“, erklärt der Oberelsunger NABU-Kreisvorsitzende Markus Dietrich.

Oberstes Gebot sei Sauberkeit: Regelmäßiger Wasserwechsel, Ausspülen und Sauberwischen. Bei normalem Wetter sollte die künstliche Wasserstelle mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden. Bei großer Hitze ist eine tägliche Reinigung angesagt, um die Infektionsgefahr zu verringern. Zur Säuberung dürfen keinesfalls Spülmittel oder Reiniger verwendet werden. Eine Bürste und kochendes Wasser reichen aus.

Vögel nehmen eine Vogeltränke nur an, wenn sie sich dort auch sicher fühlen. Wichtig ist deshalb, dass die Wasserschale an einem Platz steht, der für die Vögel gut einsehbar ist. „Vögel sind beim Trinken und Baden stark abgelenkt und werden zu leichter Beute für anschleichende Katzen. Deshalb sollte die Tränke nicht direkt neben einem Busch aufgestellt werden“, erklärt Dietrich.

In der weiteren Umgebung der Tränke sollte es allerdings Büsche und Bäume geben, damit die Vögel sicher anfliegen und sich bei einer Bedrohung schnell verstecken können. Für eine Vogeltränke muss man nicht viel Geld ausgeben. „Eine flache Schüssel oder ein Blumentopf-Untersetzer tun es auch“. Die Vogeltränke sollte am Rand flach sein.

Werden an heißen Tagen gern auch als Badestelle genutzt: Gartenbesitzer sollen mit Wassertränken Vögeln und Kleintieren helfen. .

Naturschützer, wie Susanne Weber von der Notstelle für Igel und Wildvögel in Kassel, empfehlen mittlerweile die Ganzjahresfütterung von Vögeln und Igeln, da durch den Rückgang an Insekten die Hauptnahrungsquelle fehlt und die Tiere hungern. Igel stehen inzwischen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. „So viele verletzte, untergewichtige und kranke Igel wie in diesem Jahr hatten wir noch nie“, so Weber, die auch Tiere aus dem Wolfhager Land aufpäppelt.

„Aktuell erreichen uns viele Hilferufe, weil tagaktive Igel gefunden werden die abgemagert und dehydriert sind.“ Futter und Wasser seien vor allem für die trächtigen oder bereits säugenden Mütter wichtig, da sie alle Energie für die Jungen brauchten.

Susanne Weber und ihre Mitstreiter suchen dringend Helfer, die Igel in Not unterstützen möchten.  

Kontakt: igelnothilfekassel@weber-ks.de oder über die Facebookseite: Private Igelnothilfe Kassel. (Bea Ricken)

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