1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Hohe Verluste durch Varroamilbe im Wolfhager Land

Erstellt:

Von: Stefanie Lipfert

Kommentare

Die Arbeiterinnen tummeln sich fleißg auf den Waben.
Die Arbeiterinnen tummeln sich fleißg auf den Waben. © Lipfert, Stefanie

Viele Bienenvölker haben den vergangenen Winter nicht überlebt. Grund dafür ist die Varroamilbe

Wolfhagen – Mehr als jedes fünfte Bienenvolk in Deutschland hat den vergangenen Winter nicht überlebt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Fachzentrums für Bienen und Imkerei. Bundesweit lag die Verlustquote bei ungefähr 21 Prozent, vermeldet die Deutsche Presse Agentur.

Auch im Wolfhager Land haben einige Bienenvölker die kalte Jahreszeit nicht überstanden. Die Imker in der Region mussten Verluste bei ihren Bienenvölkern verzeichnen, so auch Joachim Dorr aus Zierenberg, ehemaliger Vorsitzender des Imkervereins Wolfhagen.

„Ich habe auch leider sechs Bienenvölker verloren. Geblieben sind mir 17 und bin noch relativ gut davongekommen“, erzählt der Imker. Andere Kollegen hätten sehr viel mehr Völker eingebüßt, einige sogar ganze Bienenstämme. Der vergangene Winter sei extrem hart für die Bienen gewesen.

Die Varroamilbe lebt als Parasit an den Honigbienen und vermehrt sich in der Brut

Das hatte einen wesentlichen Grund: Der Sommer zuvor war eher nass und kühl. „Ein bis zwei Wochen nach Ende der Honigernte behandeln wir das Bienenvolk mit Ameisensäure, um sie vor der Varroamilbe zu schützen. Durch die Feuchte und Kälte im Sommer konnte die Ameisensäure nicht verdunsten, und die Milbe wurde nicht vollständig bekämpft“, sagt Joachim Dorr.

Die Varroamilbe lebt als Parasit an den Honigbienen und vermehrt sich in der Brut. Für viele Imker sei es schwierig gewesen, den richtigen Zeitpunkt für die Behandlungen abzuschätzen, sagt Dorr. Daher habe der Schädling beste Chancen gehabt, sich in den folgenden Monaten auszubreiten.

Neben der Behandlung mit Ameisensäure würde es noch weitere Möglichkeiten geben, das Bienenvolk milbenresistent zu machen: Statt der Behandlung des Bienenvolkes mit der Aminosäure könne eine Brutentnahme vorgenommen werden.

„Die Bienen sind meine Leidenschaft und ich bin immer wieder erstaunt, was meine Mädels alles so leisten“

Dabei würden die Wabentürme, also die aufeinandergestapelten Rähmchen, eingeschmolzen, und die geschlüpfte Brut wird direkt mit dem Mittel gegen Milben behandelt. Dies sei jedoch sehr aufwendig.

Mittlerweile soll es ein neues Präparat gegen die Varroamilbe geben, das befinde sich jetzt noch in der Testungsphase. „Meine Bienenvölker haben sich mittlerweile von dem Milbenbefall erholt und sind nun fleißig dabei, Blumen und die Blüten der Bäume zu bestäuben und Honig zu produzieren“, schildert der passionierte Zierenberger Imker und fügt hinzu: „Die Bienen sind meine Leidenschaft und ich bin immer wieder erstaunt, was meine Mädels den Sommer so alles leisten“. (Stefanie Lipfert)

Die Arbeiterinnen tummeln sich fleißg auf den Waben.
Die Arbeiterinnen tummeln sich fleißg auf den Waben. © Stefanie Lipfert

Auch interessant

Kommentare