Explodierende Zahlen bei Geschenk-Aktion der Kirche

Immer mehr Kinder im Altkreis von Armut betroffen

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Wolfhager Land. Immer mehr Kinder im Wolfhager Land sind von Armut betroffen. Sandra Lüning vom Diakonischen Werk, die auch für die Wolfhager Tafel zuständig ist, macht das sowohl an den steigenden Zahlen der Bedürftigen fest, als auch an der explodierenden Zahl der Kinder fest, die bei der diesjährigen Weihnachtsaktion der Kirche beschenkt werden.

Erhielten im Jahr 2016 noch 76 Kinder ein Päckchen, so sind es in diesem Jahr 176 Kinder. Bestätigt wird diese Entwicklung auch von der Agentur für Arbeit: Eltern von 3300 Kindern im Landkreis Kassel bezogen im Jahr 2016 Hartz IV, im Jahr 2017 sind es schon 3927. Zugenommen hat im Vergleich zu 2016 auch der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund. Wie es angesichts sinkender Flüchtlingszahlen dazu kommt, erklärt Landkreis-Sprecher Harald Kühlborn: „Inzwischen haben viele Flüchtlingsfamilien Wohnungen gefunden.“ Sobald die Menschen in Wohnungen sind, können sie eine Aufnahme bei der Tafel beantragen.

Der Andrang auf die Lebensmittel ist groß. Nicht jeder, der bedürftig ist, kann versorgt werden. „Wir führen eine Warteliste“, so Lüning. Fast 400 Personen erhalten aktuell Hilfe von der Tafel. Vor drei Jahren waren es gut 300. Damit ist auch die Zahl der Kinder gestiegen, die in bedürftigen Familien aufwachsen. „Wir müssen Strategien finden, dass diese Menschen nicht ausgegrenzt werden“, sagt Lüning. Fast jeder Fünfte ist in Deutschland von Armut oder Ausgrenzung bedroht. Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass in Deutschland rund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage stecken bleiben. 

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