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Immer wieder gibt es Probleme mit dem Schulbus in Gasterfeld

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Von: Eva Krämer

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Seit Dezember gibt es in Gasterfeld Probleme mit dem Schulbus: Julia Dumeier (von links, mit Sohn Luis), Anne Schwarz, Paul und Fabian Polanski.
Seit Dezember gibt es in Gasterfeld Probleme mit dem Schulbus: Julia Dumeier (von links, mit Sohn Luis), Anne Schwarz, Paul und Fabian Polanski. © Eva Krämer

Zu spät, zu voll oder er hält auf der falschen Seite: Seit Dezember gibt es in Gasterfeld Probleme mit dem Schulbus. Die Eltern wurden bislang vom Landkreis und NVV vertröstet.

Wolfhagen – „Jeden Morgen, wenn unsere Kinder mit dem Bus zu Schule fahren haben wir ein ungutes Gefühl“, sagt Julia Dumeier. Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es immer wieder Probleme mit den Bussen, die die Kinder aus dem Wolfhager Stadtteil Gasterfeld zur Grundschule und zur Walter-Lübcke-Schule nach Wolfhagen bringen. Der Nordhessische Verkehrsbund (NVV) ist seit knapp drei Monaten für den Schulbusverkehr zuständig.

Vorher war es die Firma Obersberger. „Da gab es nie Schwierigkeiten“, so Dumeier. Mit Beginn der Umstellung kommen die Busse oft zu spät und sind überfüllt. „Es gab auch schon Tage, wo gar kein Bus kam“, sagt Dumeier.

Sohn bei der Polizei als vermisst gemeldet

Erst vor wenigen Tagen gab es erneut einen Vorfall. „Mein Sohn kam einfach nicht nach Hause“, erzählt Anne Schwarz. „Als ich in der Schule anrief, sagte man mir, dass er in den Bus gestiegen sei. Angekommen ist er aber nicht“. Die besorgte Mutter meldete ihren Sohn bei der Polizei als vermisst. „Was hätte ich anderes tun sollen?“, sagt sie. Die Situation ging zum Glück glimpflich aus: „Er war noch in der Schule“, so Schwarz. Der Bus war einfach nicht gekommen.

Seitdem es zu den ersten Schwierigkeiten kam, haben sich die betroffenen Eltern aus Gasterfeld immer wieder telefonisch oder per E-Mail an den Landkreis und den NVV gewannt. „Immerhin wurden die Fahrpläne nach einigen Unstimmigkeiten mit den Schulzeiten angepasst, aber Probleme gibt es immer noch“, beklagt Dumeier.

Neben den Verspätungen der Busse sei auch die zu hohe Geschwindigkeit ein Problem. „Die Ortsdurchfahrt ist auf 60 km/h beschränkt“, sagt Ortsvorsteher Thomas Polanski. „Kaum ein Autofahrer hält sich daran. Die Busfahrer auch nicht.“ Selbst die Kinder und auch Polanski Sohn Paul haben schon festgestellt, dass die Busse zu schnell fahren. „Man will ja nicht vom Schlimmsten ausgehen, aber wir haben Angst, dass es irgendwann zum Unfall kommt“, so Polanski.

Bus hält auf der falschen Straßenseite

Zudem wüssten die Fahrer oft nicht, wo sie überhaupt lang fahren müssten. „Es scheint so, als ob sie kaum eingearbeitet worden sind“, sagt Polanski. Ab und zu hätten die Kinder den Busfahrern erklärt, wo sie lang fahren oder an welcher Haltestelle sie halten müssten. Auch das haben mehrere Eltern beim Landkreis gemeldet. „Man wird aber immer wieder vertröstet. Vom Landkreis gibt es nur Standardfloskeln.“

Eins der größten Probleme sei, dass der Bus oft auf der falschen Seite der Straße hält. „Eigentlich soll er auf der Hin- und Rückfahrt auf der Ortsseite halten, sodass die Kinder nicht die Bundesstraße überqueren müssen“, erzählt Julia Dumeier. Es sei schon vorgekommen, dass die Kinder auf der falschen Seite standen. „Sie alleine die Straße überqueren zu lassen, ist viel zu gefährlich. Die Kinder können die Geschwindigkeiten der Autos gar nicht abschätzen.“

Schreiben des Landkreises kam nicht an

Bereits im Vorfeld der Umstellung von der Firma Obersberger auf den NVV gab es Probleme. „Ein Großteil der Eltern hat das Schreiben des Landkreises dazu gar nicht erhalten“, berichtet Daumier. Selbst die Grundschule habe zunächst nur gewusst, dass die Kinder ab Dezember ein Ticket benötigen, nicht aber, dass die Firma Obersberger nicht mehr tätig ist und dass sich somit die Abfahrtszeiten ändern könnten.

Auch an den Kindern gehen die Schwierigkeiten mit dem Schulbusverkehr nicht spurlos vorbei. „Man merkt schon, dass sie das beschäftigt“, sagt Anne Schwarz. „Sie haben Sorge, dass sie nicht rechtzeitig in die Schule kommen oder an der Haltestelle stehen gelassen werden.“ (Eva Krämer)

Das sagt der Landkreis

Noch in der Anpassungsphase

„Alle bisher aufgetretenen Beschwerden wurden in Zusammenarbeit mit dem NVV zeitnah überprüft und auch abgestellt“, teilte Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel mit. „Die Anfahrt an die Haltestelle in Gasterfeld wurde so geändert, dass kein Schulkind die Bundesstraße überqueren muss“, so Kühlborn.

Ob die Busse zu schnell unterwegs sind, könnte vom Landkreis nicht kontrolliert werden. Das Busunternehmen wurde über diesen Vorwurf informiert und gebeten, das Fahrpersonal auf die Höchstgeschwindigkeit hinzuweisen.

Auf die Einwände der Eltern sei jedoch immer regiert worden. Kühlborn weist außerdem darauf hin, dass ein großer Fahrplanwechsel nicht ganz geräuschlos passiert und das neue Busunternehmen auch eine gewisse Anpassungszeit benötige, um eine neue Routine zu entwickeln.

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